Rundes Ding

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Ich höre ständig dieses Zeug und denk: das kann ich auch
Kann Kannen voller Rauch im Bauch haben
Ich brauch nichts außer tausend schönen Wörtern
Zum erörtern
Ortern Orte gibt’s genug um das zu präsentiern
Schau dich nur um allein im Präsens hier: der leuchtet wie ein Leuchtturm
Turm Türme ich mit feinen Reimen in meinem Gehirn hinter der Stirn
Glänzend funkelnd meine Wortvielfalt wie Sterne am Gestirn. Mein Zwirn
Kreiert Worttepiche und Satzgebilde
Bild bilde dir nicht ein, du kommst in meine Gefilde, ohne Narben davon zu tragen
Du würdest gar nichts davon haben, mich nach meinem Geheimnis zu fragen
Denn Lagen meiner Sagen lagen da um dich zu plagen aber inhaltlich brauchte ich noch gar nichts sagen.
Tja.

Ich rede jetzt genauso inhaltsvoll wie die Bekannten
Kant kannten sie nicht und Brecht brachten sie nicht
denn die ham’ Ecken und Kanten
Doch das hier ist rund!

Je weniger ich sage, desto mehr kann ich sprechen
Sprech brechen mit der Konvention des Inhalts und euch allen versprechen
Ich verspreche mich nicht, nein ich räche mich
Räch- Recht hab ich grundsätzlich entsetzlich
Drum verletz ich das Gesetz des Geschmacks und versteck mich; vernetz mich
Verletzlich mit eurer Welt der Nichtigkeit
Denn wenn ihr richtig seid, verzicht ich halt und bleib leer.
Leer Lehr mich ein bisschen deiner Funktionsweise
Weiß weiße auf schwarze ohne Kontraste wie bei der Mondscheibe
Und wenn ich “Mond” schreibe, mein ich das als Metapher für deine Sichtweise
Denn du bist nicht weise, nein doch du stehst allein im Dunkeln
Nur bist du nicht leise, leider
Leid leiden muss ich, hör ich dich, dagegen wage ich’s und
Sage: Lagen meiner Sagen ragen auf um dich zu schlagen aber inhaltlich brauchte ich noch gar nichts sagen.
Tja.

Ich rede jetzt genauso inhaltsvoll wie die Bekannten
Kant kannten sie nicht und Brecht brachten sie nicht
denn die ham Ecken und Kanten
Doch das hier ist rund!

Ok ich gebe zu, so reimen hat mir Spaß gemacht.
Aber hat euch der Inhalt dieses Textes irgendwas gebracht?
Nein! Vielleicht habt ihr euch nass gemacht und schlapp gelacht
Bei so viel irren Reimen
Doch will ich lieber schreiben
Und damit was aussagen
Und mehr durch Inhalt, weniger durch Stil herausragen
Natürlich bin ich hier, um euch zu unterhalten
Natürlich will ich euch an diesem Abend munter halten
Natürlich will ich diesen Abend hier noch bunt gestalten
Und geh erst runte,r hab ich endlich meinen Mund gehalten
Und ihr habt endlich meinen Schund erhalten
Habt eure Ohren zurück, doch leider wund behalten
Von meinen Wörtern, den verunstallten, verunfallten
Und ihr könnt eure Ohr’n jetzt einmal umfalten und dann umfall’n.
Aber tut doch nicht so als würdet ihr über den Inhalt der Texte nicht gern denken
Denn das bedeutete für mich, ich würde meine Zeit und meine Reime hier verschwenden und verschenken…