Mister Knister und Dr. Love
Aufgrund einiger von der Redaktion vorgenommener Änderungen ist der veröffentlichte Artikel auf der linken Seite nur als Vorschau zu sehen, während im Folgenden der Originaltext zu lesen ist. Nicht nur Freunde der schwarzen Scheibe haben am 12.5. wieder Grund zur Freude: der Plattenabend im Trinta y seis geht diesen Monat in die dritte Runde. Das Knistern, wenn man das Vinyl aus dem großen, quadratischen Cover zieht, das Knacken, bevor der Tonarm in die erste Rille springt... Einmal im Monat verwandelt sich die kleine Bar in der Großen Ulrichstraße in einen Tempel des Schwarzen Goldes. Ob Rock, Hip Hop, Oldie oder "sogar Elektro", wie der Initiator der Kultidee, Andi, grinst, hier wird alles gespielt, solange es auf Platte ist. Und noch besser: jeder, der eine eigene Schallplatte mitbringt, bekommt einen Kurzen aufs Haus. Ansonsten ist es eigentlich eine normale Bar: Leute unterhalten sich, trinken und freuen sich über die außergewöhnliche Unterhaltung. "Da soll eigentlich auch noch mehr getanzt werden" meint Andi - natürlich wurde auch getanzt die letzten zwei Male, aber seinem Geschmack nach viel zu spät. Andi Beuster arbeitet hier regelmäßig an der Bar, und eigentlich war die Idee zum Plattenabend was egoistisches. "Mir gab es einfach nicht genug Veranstaltungen mit Rock und Indie in Halle, und diese Erfahrung, sich mit Freunden hinzusetzen und Platte zu hören, wollte ich irgendwo ins Nachtleben einbringen". Er fragte seinen Chef im Trinta y seis, und jetzt dürfen er und sein Mitbewohner Kilian, der an den Plattentellern steht, sich hier einmal im Monat austoben. Ohne sonstige Bezahlung, einfach nur zum Spaß haben und gute Musik hören. Dafür investiert er das hier verdiente Trinkgeld dann in neue Platten. Bisher ist der Plattenabend noch so eine Art Geheimtipp, viele sind zufällig hier, und sind überrascht als sie erfahren, dass man auch seine eigenen Platten mitbringen kann. Kilian deutet auf die zwei mit großen Covern gefüllten Kisten - "Die Hälfte ist von mir", doch inzwischen sind auch schon einige Scheiben von Besuchern dabei. Für den Mai wünschen sie sich eine thematische Orientierung: "Wir wollen richtig schmalzige Liebessongs", Kilian wird sich dafür das Synonym Mr. Knister und seine Kollegin Desiree den Namen Dr. Love zulegen. Ob dann getanzt wird, frage ich skeptisch. "Auf jeden Fall wird da getanzt! Wir möchten Slowdance! Und 'ne Diskokugel!" kommentiert Andi und blickt unter seinem an den schwedischen Musiker Moneybrother erinnernden Haarschopf auf die Leute hinter seinem Tresen. Man weiß nicht so Recht, wie ernst man ihn nehmen soll, vielleicht wird es auch einfach wieder eine wilde Mischung aus Rock, Hip Hop, Oldie und "sogar Elektro". Das hängt natürlich davon ab, was ihr an Platten mitbringt – also entstaubt eure Platten, und holt euch euren kostenlosen Shot dafür ab. Und vergesst nicht die Diskokugel.






