Finisterra

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When I left I fell asleep and no one turned the light back on
Set off to walk 600 miles on the day the night begun
Sorpresa took my hand, while we walked across the Land
through the sand of Donostia, understand now what she meant
Leave your plans out, stand out, take the extra route
Accept what’s coming forward, set your inner guide on mute
The days smelled like black berries the nights sounded like waves
as we climbed the cliffs of coastlines and discovered empty caves
The brushing sound of bagpipes in our backpacks and some blisters in our boots
The roots on the road. Loose shoes and a coat
The mood’s on our hope thanks to food from a bloke.
The late days of summer were the last days of spring
Surprise was a fling that the basque mountains could bring

When in 60 naps a million steps a hundred different faces
From mountain tops to fountain shops through arrowpointed mazes
I arrived at the end of the world in misty weather
The seashore shines golden and red in Finisterra

 

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Vom Dunst nicht vorhandener Schallwellen

schallwellen

Die Luft zwischen uns ist fade
Fadenhaft wie Spinnweben
Fabelhaft zum Sinn geben
Bloß die Schallwellen hier klingen vage
Zwischen uns lagen Jahre
Blauer Dunst,  Farbe Jade
Was wir sagen misst Substanz… Tanz…
Tanzend misst du was du kannst
Und es sind nur… Hundert Zentimeter – zwischen uns…

Doch der frische Dunst
Ist Materie für unsere Worte,  undurchdringlich
Und ich dring nicht hindurch und verschling mich,
Bring dieses Ding nicht hindurch
Find den Sinn nicht, wär Ich auch sinnlich
Doch bin nicht
so kindlich
Und mutig und frei
Um zu sagen was mich stört ist die Wut nicht dabei

Und es ist nicht, dass wir uns wirklich nichts mehr sagen können
Es ist mehr, dass wir uns längst nicht mehr das Fragen gönnen

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Lightsmog

lightsmog

This is an instagrammcolored land
I need to step out at once come and take my hand
I wanna: catch the moment / (and) Fetch opponents
And say: this is our chance to dance like in the 20s
We got nothing to loose except for these pennies
I am naive that is a compliment
Spread love over the continent
We’re sitting on the same streets like a year ago
But going home is no option, so here we go
And no you can’t stop / We’re gonna stand up
If you wanna give up this system then put your hands up
Oh but we know it all, but we don’t feel it here
The night is dark and we’re full of fear.

And we’re living our life in lands of milk and honey
burn the world, burn people and we burn the money
The world’s fucked you’re shocked
No ones listening
Everyones talkin talkin talkin
But do ingenting
Dein Geld brennt alles aussichtslos
Die Welt rennt doch die Aussicht’s groß
Keiner hört zu, keiner passt auf
Was ist nur los denn wir schreien so laut?!
Capitalypse! Is that the capitalypse?!
But do we wanna be asteroids or the shooting star?
And yes the future is far
And it seems so bizarre
But as long as through the lightsmog of the city I just see one star
I won’t let go of my drive
And as long as through the lightsmog of the city I just see one star
I will believe in life

They say you can’t change the world- haven’t you seen
The revolution is not real, just on tv screen
So let’s watch this so we don’t have to open our eyes
It easy listening to lies and ignore the whole cries
Of Cassandra. Pandoras box is open anyways
And hey there’s not many ways
Right?
So we listen to the songs of the rebels
While we dance and we party on the pebbles
We stay smallminded, fall idled
Myself included
Living like we are used to, but we are deluded
Our stupidity is rooted so we shoot it
Don’t know what else to say so we stay muted

Denn die Welt liegt mir zu Füßen
und drum heb ich sie auf
Wenn Zeit Geld ist bin ich reich
und nehm das Leben in Kauf
Ich möchte rausgehen und aufstreben
Das System hier aufgeben und aufheben
Es als Päcken aufgeben
Rebellion vom Boden aufheben
Und dann endlich raus, leben!
Aber man hört nicht auf uns zu sagen,
dass wir keine Chance haben
Protestieren auf den Straßen
auf den wir gestern schon saßen
Und wir wissen alles aber wir fühlen‘s nicht
Es ist so dunkel und wir sehen kein Licht.

Vi har honning og melk, og de mykeste senger,
Brenner verden, brenner mennesker og brenner penger !
Har mista kjøreplan / Ingen hører på
Fordi alle munn, men ingen ører har

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Flossen zu Flügeln

Flossen zu Flügeln

Wir tanzten auf der Welle, die uns trug
Schaumkronen im Raum oben
Wollten ohne große Mühen diesen Traum holen
Doch was tust du, wenn die Welle bricht?
Die Strömung reißt dich unter, Wasser spült dir ins Gesicht
Auf die Gischt verzicht ich, nicht wichtig, dacht ich unter Wasser
Doch die Lippen wurden fade, die Gesichter wurden blasser
Und ja, wir schien zu schweben in dem Blau
Alles wurde leichter, bunte Farben aber schau:
Wir brauchen Luft – wir sind nicht Delphine, und auch keine Amphibien
Warum glauben wir, wir brauchen was wir doch nie kriegen
Und du hast gedacht: Die Luft wird knapp, also wurdest du ein Fisch,
Doch das bist du nicht, und auch ich bin’s nicht.
Wir waren wie Albtrosse mit der Angst vorm Fliegen
Wollten siegen im Liegen, während die Ängste versiegen
Haben’s uns leicht gemacht, weich gedacht und fallen gelassen
Wir Ham’s doch gleich gesacht man hat uns in die Falle gelassen
Warten auf gute Nachricht, doch seh’n keine Boten mehr
Ließen uns längst zu lange treiben – scheiß aufs Tote Meer!

Denn wir sind wieder Albatrosse
Gegen den Wind
Haben die Tiefsee aufgegeben
Weil wir das nicht sind
Ich weiß die See ist groß
Doch der Himmel ist breiter
Die Freiheit liegt uns im Schoß
Taucht auf wir fliegen weiter
Flossen zu Flügeln
Flossen zu Flügeln

Denn das Meer ist voller Haie und sie kehren zurück
Haben den Fischschwarm unter sich schon aus der Mitte gerückt
Sie lechzen Tod, krächzen Not, Hass zu ihrem Gebot
Liegen wir weiter flach im Wasser ist das Meer wieder rot
Doch wir versäumen’s nicht, die Zeiten jetzt zu wenden
Denn nein wir träumen nicht, und lassen uns nicht blenden
Aus Wellenschäumen bricht, was wir unten nicht fänden
Wir bringen heut an’s Licht, was sie niemals erfänden
Transformation – aus der Passivität die Flügel schwingen
Statt den Wellen ausgesetzt, die Freiheit über Hügel bringen
Wir wollen nichts. Außer die rauschende Luft
Wir sehnen nichts. Außer dem wolkigen Duft
Jeder Schlag mit der Feder ist ein Kampf mit den Gezeiten
Doch jeder Tag ohne Schläger trägt dich sanft in die Weiten
Wenn wir einmal erst im Aufwind gleiten
Wir haben Horizontsicht – scheiß auf Wellenreiten.

Vi har forlatt dypet
Vi har forlatt vanne
La os følge med vinden
La os fly over lanne
Jeg vet: sjøen er stor
Men himmelen er større
Frihet er mer enn et ord
. så la oss tørre
Fra finner til vinger
Fra finner til vinger

Das könnt ihr interpretieren, wie habt ihr’s lieber
Als Aktivismus, Liebestext, als Antidepressiva
Ja, das ist alles nur ne Metapher.
Und from this point on, it only get’s rougher
Denn egal was dies Gedicht gerade rettete
Wär es ja schön, wenn das die Realität hätte, ne?
Bloß ist sie leider weiter doch ein bisschen wilder
Wir sind nur Künstler, wir zeichnen euch nur Bilder
Und es spielt keine Rolle, wozu ich das schrieb
Denn komme was auch wollle, was nun bei euch blieb
Ist ohnehin von vornherein in eurer Intention
Und ich gebe euch nur Leinwand für die Imagination
Was werden wir verändert haben, wenn ihr gleich den Raum verlasst
Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir euch kaum gefasst
Haben euch schlafen gelassen, oder konnten wir euch wecken?
Werdet ihr die See verlassen und den Himmel entdecken?
Ich schreib naive Lieder, ihr hört, könnt euch dran weiden
Ich bleib wie im Fieber, ihr geht fort und lasst euch treiben
Es ist sinnlos, bin groß Gewinn los, find bloß
Ne Bühne wie am Jahrmarkt mit Gewinnlos
Und das ist wohlgemerkt nicht die hochgehobene Zahl
Nicht die schnell auf das Geratewohl erhobene Wahl
Nicht die umgangene Niete der schon erwogenen Qual
Nicht der metaphorisch Meereswog‘n entflohene Wal
Es ist die sinnvoll genutzte Leinwand
Auf der ihr selbst entdeckt habt, was ihr tun müsst.

Denn wir sind wieder Albatrosse
Gegen den Wind
Haben die Tiefsee aufgegeben
Weil wir das nicht sind
Ich weiß die See ist groß
Doch der Himmel ist breiter
Die Freiheit liegt dir im Schoß
Tauch auf wir fliegen weiter
Flossen zu Flügeln


Der volle Text wird ab Herbst 2017 auch in meinem Gedichtband “Märchen aus einer grausamen Welt” (Periplaneta) zu lesen sein!

Yolo

yolo

Die Zahnbürste steht noch im Badezimmer
Der Kaffee ist noch warm so wie immer.
Doch die Tasche ist gepackt, verlass die Stadt
Es ist kalt draußen, nimm dir noch nen Pulli mit.
Ich packe meinen Koffer, nehme mit:
Den Geruch von frischem Brot
Ein bisschen Nachdenklichkeit
Das Gefühl der Farbe Rot
Und die innre Schönheit
Etwas Solidari-, viel Naivität
Und nichts von all den Sachen, die mir meist mein Vater rät

“Räum dein Zimmer auf bevor du gehst”, hat meine Ma stets gesagt
“Falls du nicht wiederkehrst
Wie sieht das denn sonst aus?
Irgendwann kommst du nach Haus und dann ist Chaos. Das will doch keiner”
Also räum ich den Mist weg, den ich hier gelassen hab
War nötig, ist jetzt alles unter’m Bett,
Falls wer wieder kommt. Ich werd’s nicht sein.

Hab so viele Zahnbüsten in meinem Leben irgendwo vergessen
Zahnbürsten sind wie – der Glaube an die gute Welt
Verloren in Hotels und bei Affären die du nicht mehr magst
Sagst: “ist nicht so schlimm wenn du den Neueinkauf vertagst ein paar Tage geht ja auch ohne.”
Und plötzlich brauchst du schon wieder eine Krone.
Oder eine Drone
Also: Kronen im Fall von Zahnbürsten, Dronen im Fall vom guten Glauben
Rauben uns den Sinn wenn wir uns Gründe zusammenklauben
Und uns einreden, dass wir schon wieder kommen.
Irgendwann. Mit Zahnbürste und gutem Glauben.

Doch:

Du gehst nur einmal fort. Yolo:
You only leave once
Vergesse dich, entfessel mich
Bin Djesko unchained
Das Gehn ist stumm
Und eben drum
Lass ich’s leise hinter mir. Und kehr nie wieder zurück.

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