Ich darf das     Wie ich das Alphabet lernte
Ich lebe in ner Welt     Sprechwerte
Ich hasse     Alles wird gut
Tja - rundes Ding     Morgenreim
Kennst du das     Weiß es nicht
Wenn er tot ist     2 Minuten Stille
4 Minuten Himmel     8 Minuten Dunkel
Viertelstunde Glücklich     Eine Stunde Liebe

Acht Minuten Dunkel


Die Finger der gigantischen Hand strecken sich in den Himmel, schwarz vor grau, klar und kalt und hart. Weich umschleicht der dunkle Wind die Haut und die scharfen Steine scharren klackernd, gerieben und zerrieben von den eilig klackend Schritten, zerscharrt und vertrieben durch die Sohlen fremder, schleifend Schuhe.
Ein Schatten in dem Dunkel, nicht durch Farbe zu erkennen, nur die Kälte und die Nackenhaare zeigen ihn noch an. Die Sichel, dünn wie der letzte Faden fließend Blut, silbern glänzend aber matt und staubig, ist schwach und vage, hilflos wie ein Tropfen Blume in der Wüste aus Beton. Hin und wieder flackert sich hinzugesellend kurze Zeit das blau-grün Licht der Einsamkeit aus dunklen Höhlen der kafkaesken Zombiewesen dieser Gegend, einer von ihnen taumelt gegenüber, grotesk gebuckelt und mit großen Schritten hinter jeglicher Kontrolle.
Es wird wieder stiller, war der Schritte klacken weiter, seltsam doppelt klingend, sie werden schneller jetzt, halten an, ein Blick nach hinten, Nichts, nur Dunkel, Finster, Leere, weiter, nur noch weiter jetzt, Minuten zählen, kalter Wind pfeift durch die Augen, Finsternis kriecht in das Ohr, Panther hinter jeder Ecke jagen, hetzen, springen hervor, Boden läuft, beginnt sich zu bewegen, abertausend Ameisen, Skorpione krabbeln Blut und Rücken hoch, Muskelfaser birst vor Spannung, Tränen, Blut, Schweiß macht Blicke wirr, Venen in Beschuss von dunklem Kraftstoff, Zungen werden schwer vor Angst und Wahnsinn, pochend, treibend, alles sonst vergessend, Sterne regnen funkenberstend, brennen auf der Haut und tief im Hirn, keuchend, rasselnd Schlüssel klirrend, Klack nach einer Ewigkeit, öffnet sich die Türe endlich und der Boden spendet Halt.

Das Licht geht an. Das Dunkel stirbt, verendet und geht aus, sich in kleine Ecken drückend grinst es schamlos finsternd auf, harmlos jetzt wie nur ein Mörder, wissend dass das Spiel ist aus.
Acht Minuten Dunkel, ausgesperrt und doch lebendig, hier und nirgendwo im kalten Flur, der kalten Stadt, dem kalten Land.

Acht Minuten Dunkel.


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