Blur

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Melancholisch
Romantisch
Autobiographisch
Storytelling
Gesellschaftskritik
Agressiv
Party
Entspannt

"Think Tank"


Sprache: Englisch (GB)
Veröffentlicht: 2003
Tracks: 13
Genre: Britpop/Indie/Chillout

Kurz: Melancholisch-verträumter Britpop voller Gedanken
Für Fans von: The Good, The Bad & The Queen, Gorillaz, Angels & Airwaves





Blur lässt sich wohl als populärste Britpop-Band der 90er bezeichnen, die guten Humor mit guter Musik verbanden. Auf "Think Tank" jedoch wird die Band um Musikgenie und Frontmann Damon Albarn experimentierfreudiger, vielseitiger und auf leicht melancholische Weise nachdenklicher. Vorherrschend ist eine verträumte Grundstimmung mit viel akustischer Gitarre, wie es perfekt in "Out of time" zu hören ist - And watch the world spinning gently out of time auf einen durchgängigen Bass, eine sanft gezupfte Gitarre und Streichern kann einen zum Weinen bringen. Das ist nicht anders in "Sweet Song", das mit einem verehrungswürdigen, gedämpftem Piano und Zeilen wie I believe it's the way it should be - I hope you feel the same aufwartet. Und selbst der stilistisch doch so andere "Good Song" behält eine gewisse Melancholik. Ganz anders jedoch kommt "Crazy Beat" daher - rockig und mit Scratches versehen erinnert der kurze Song an den alten Blur-Hit "Song 2" und präsentiert mit einem provozierenden Augenzwinkern Zeilen wie I love my sister and I love her tonight. Ein bisschen eine Rückkehr zu punkigeren Zeiten, die sich in "We've got a File on you" noch einmal kurz herausstellt.
In "Jets" beeindruckt ein improvisiert anmutendes Saxophon und in "Caravans" singt sich Albern mit trashig verzerrter Stimme durch eine Vielfalt an Instrumenten in einem langsam dahinfließenden Song, ohne jemals seicht oder langweilig zu werden. Anbetungswürdig sind auch die einrahmenden Songs: "Ambulance", der in schierer Sprachlosigkeit den Satz I ain't got nothing to be scared of wiederholt, und als letzten Track "Battery in your Leg", der den Zuhörer mit dem Satz I got nothing to rely on recht traurig aus dem experimentellsten Album entlässt, das Blur jemals hervorgebracht haben.
Das ganze Album ist bei aller Traurigkeit derart relaxt, dass man die Arbeit gar nicht bemerkt, die die ehemaligen Britpop-Clowns da hinein gesteckt haben muss. "Think Tank" ist so anders als die bisherigen Blur-Alben, dass es schon fast einem anderen Projekt Akbarns zugeordnet werden müsste - der hat nämlich mit The Good, The Bad and The Queen" ein ganz ähnlich vielseitiges Album hervorgezaubert.
Meiner Meinung nach auf jeden Fall das rundeste Album der Band mit dem meisten Zusammenhalt, während die älteren Alben der Britpop-Band meist eher Compilations unzusammenhängender Songs waren. Wer Blur nur von "Song 2" her kennt, wird außer "Crazy Beat" und "We've got a File on you" nicht viel an diesem Album finden - jeder, der sich von der Band überraschen lassen will, wird dafür umso begeisterter sein.

Fazit: DAS Album schlechthin um sich auf einer Wiese liegend dahintragen zu lassen und in Gedanken zu schwelgen...