Dave Gahan
Romantisch
Autobiographisch
Storytelling
Gesellschaftskritik
Agressiv
Party
Entspannt
"Hourglass"
Sprache: Englisch (GB)
Veröffentlicht: 2007
Tracks: 10
Genre: Electro/Chillout/Indie
Kurz:Nachdenklicher, smoother Electro von Depeche Mode-Sänger
Für Fans von: Depeche Mode, Faithless, Schiller, Ljuk
Mit "Hourglass" geht der Depeche Mode-Sänger nun nach "Paper Monsters" erneut auf einen Solo-Trip durch seine Seele. Und so bleibt nicht viel des altbekannten Depeche Mode-Stils und das Album findet sich vielmehr zwischen elektronischen Größen wie Faithless wieder. Während die eine Hälfte der Tracks eine entspannte Stimmung aufweist und man sich sanft durch Gahans Gedankenwelt führen lässt, kommt die andere mit einer Kraft und Energie daher, die tief in die Housemusik eintauchen.
Zu den energiereichen Tracks zählen vor allem "Deeper and Deeper" und "Use You" mit einem saftigen Bass und im Refrain ein Schlagzeug, dass einen vor Energie zu Boden wirft - starke Instrumentals und ein schöner Spannungsaufbau zum Refrain von den spartanischen Strophen. Doch Gahans Stärken auf "Hourglass" sind nicht die aggressiven Songs.
Der einleitende Track, "Saw Something", ist einer von der ruhigen Sorte, romantisch-verträumt auf echo-getragener Musik, perfekt durch Gahans Stimme ergänzt, die einem eine Gänsehaut ohnegleichen bringt. Wer auf den spät einsetzenden Text hört entdeckt den tiefgehenden Satz I saw it, something in your eyes, I wanted it for myself. "Insoluble" kommt mit leicht gruselig angehauchten Dissonanzen daher und löst sich dann mit der Zeile "You have nothing to fear" wieder auf. Doch neben den anderen, durchaus guten und abwechslungsreichen Tracks ("A Little Lie" erinnert mit seinem Befreiungsschlag zum Refrain sogar ein wenig an die Depeche Mode-Remixe aus vergangenen Jahren), sticht einer unter ihnen um Längen hervor: der mit Abstand ruhigste Song auf dem Album - "Miracles". Schon die erste Zeile I don't believe in miracles, and they happen every day mit dem unglaublichen Kontrast im Wörtchen "and" ist ein Kunstwerk für sich, wenn es dann mit elektrischen Streichern unterlegt zu I want to accept the truth - I really do, I believe I'm just afraid of loosing you geht und Gahan fast die Stimme versagt, kann man ihn nur dafür bewundern, so viel Emotionen in diesen Song gelegt zu haben.
Nur wenige Songs auf "Hourglass" mögen gesellschaftstauglich sein, dafür sind sie einfach zu nachdenklich, zu individuell und zu unterschiedlich - zwischen "Saw Something", "Endless" und "Deeper and Deeper" liegen musikalische und inhaltliche Welten; ein Spagat der zwar hervorragend von Gahans Stimme und Persönlichkeit sowie den elektronischen Klängen überbrückt wird, der aber zweifellos nicht jedem liegen wird.
Fazit: Ein Album, so Meilen weit entfernt von Depeche Mode und doch auf so gleichwertiger Qualität, dass Vergleiche kaum möglich scheinen.















