Degiheugi

degiheugi
Melancholisch
Romantisch
Autobiographisch
Storytelling
Gesellschaftskritik
Agressiv
Party
Entspannt

"The Broken Symphony"


Sprache: Franz., Engl.
Veröffentlicht: 2008
Tracks: 16
Genre: Electro/Trip Hop/Chillout

Kurz: Leicht finstere, Hip Hop-lastige Electrobeats mit musikalischer Vielfalt
Für Fans von: Schiller, BrunoXe, DJ Shadow, Pete Rock





Degiheugi, ein französischer Beatmacher und musikalisches Genie, kann wahrhaft symphonische Ausmaße für sein Werk in Anspruch nehmen - wenn auch gebrochen, wie er sein Album betitelt. Auf starker Basis der Hip Hop-Musik schweift das Album dennoch stark in elektronisch-entspannte Richtung ab, der Kopfnicker-Faktor geht dabei jedoch keineswegs verloren. Mit ineinander übergehenden Tracks beweist er seine Mischkünste und bindet in mehreren Tracks auf dezente, und doch Aufmerksamkeit erregende Weise features von verschiedenen Künstlern ein, die sich nicht im Schatten der Beats verstecken müssten, darunter Nawelle und Ghostown in "Mes nuits tzigantes", Screenatorium in "What if" und erneut Ghostown in "Night Black Crow". Ghostown, ein französischer Rapper, der bereits auf Degiheugis 2007er Album "Only After the Show" gefeatured wurde, beweist erneut unglaublich lockeren Flow und guten Reim, seine Stimme integriert sich nahtlos in die meist leicht finsteren Melodien, die stets von einer gewissen Melancholie angehaucht sind.
Herausragende Tracks sind vor allem "1, 2, 3 ... the magic number", einem sehr ruhigen, entspannten Track mit herrlichen Scratches, das bereits erwähnte "Night Black Crow" mit Ghostown, dem Hip Hop-Liebhaber einiges abgewinnen können dürften, dem Saxophon-lastigen "Jessy" und dem titelgebenden "Broken Symphony", ein Track der nach einem lockeren Sample ab 0:30 mit einem durchgängigen Klavierbeat nach vorne prescht um 20 Sekunden später in einen der abwechslungsreichsten, funkigsten, lockersten Beats übergeht, die ich seit langem gehört habe - aber leider nur 2:11 geht. Der für Mainstream-Geschmäcker wahrscheinlich tauglichste Track ist der "What if"-Remix mit etwas seicht-poppigem Gesang - aus experimenteller Sicht damit der schwächste Track. Weit experimenteller und dadurch natürlich weniger leicht hörbarer kommt beispielsweise die "Horror scratchy show" daher. Doch abgesehen davon bewegen sich die meisten Tracks auf dem schmalen Grad zwischen experimentell und angenehm hörbar - es fällt schwer, nicht schwärmerisch zu werden. Weitere sehr empfehlenswerte Tracks sind "Des poémes", "Blues and sushi" und "L'improvisation au ukulélé avec l'Omelette", letzterer natürlich durchgehend von der namensgebenden Ukulele geprägt und mit mehreren herrlichen Scratches und Samples verfeinert.

Fazit: In einer verschneiten Nacht auf der Couch chillen und mit einem kühlen Bier zu Scratches kopfnicken - vorausgesetzt man hat nichts gegen eine leicht düstere Musik.