Jona:S

jona s
Melancholisch
Romantisch
Autobiographisch
Storytelling
Gesellschaftskritik
Agressiv
Party
Entspannt

"Elektrisch"


Sprache: Deutsch
Veröffentlicht: 2009
Tracks: 6
Genre: Hip Hop/Pop/Electro

Kurz: Tanzbarer, leicht naiver Pop mit Hip Hop-Roots
Für Fans von: Clueso, Deichkind, Fettes Brot





Die Gießener Gruppe um Jonas Schubert hat mit ihrem zugegebenerweise recht kurzen Debütalbum im wahrsten Sinne eine elektrisierende Scheibe produziert, die irgendwo zwischen Clueso und Deichkind anzuordnen ist. Während die Wurzeln eindeutig im Hip Hop liegen, ist das, was sie jetzt tun, vielmehr "tanzbare Synthiepop-Musik mit Hip Hop Ursprung" - so drücken sie es zumindest selbst aus. (siehe Interview in der Stadtvögel-Sendung 29.)
Auf das "tanzbar" legt die Band, die live mit Gitarre, Schlagzeug und Keyboard einheizt, besonderen Wert. Und auch wenn der Albumtitel hauptsächlich auf den gleichnamigen Track zurückzuführen ist, sind die elektronischen Einflüsse, die hin und ab an Deichkind erinnern, nicht zu leugnen. Mit "Oh, Oh, Oh!" geht es direkt voller Power in eine One-Night-Stand Geschichte mit der herrlichen Schlusszeile "Timmy ist ein Riesenschwein / Wie könn' Typen nur so scheiße sein?" - und doch sind die Texte auch hier genau ie auf den anderen Tracks naiv-verträumt, und trotz der oft in dieser Hinsicht traurigen Erzählungen, von denen zum Beispiel auch "Dieser Song..." handelt, ist es Musik der großen Liebe und Gefühle, irgendwo zwischen dem entzauberten Alltag, dem Selbstzweifel und der unbestimmten Melancholie. "Dieser Song..." ist exemplarisch hierfür und auch musikalisch nicht zu verachten. Besonders beeindruckt jedoch die Ballade "Mehr, Mehr": "Wir sind zu groß für unsere Stadt, doch zu klein für die Welt / Wir wollen mehr...". Ein gesellschafts- und selbstkritischer Inhalt, wie er wahrer nicht sein könnte, verträumt-sehnsüchtige Musik mit Steigerungen, musikalischer Vielfalt und definitivem Hitpotential durch die eingängige Hook - nicht umsonst haben die Jungs mit diesem Album einen Newcomerwettbewerb gewonnen. "Elektrisch", der Titelsong, geht wieder in die Welt der Partys, elektrische Musik mit E-Gitarrensound, pumpende Reime und ein treibender Refrain, verrauchte Clubs und eine durchtanzte Nacht - so klingt "Elektrisch".
Der Bonustrack ist ein Remix des Titelsongs auf einen Beat von Jason Jay, der dem "Elektrischen" Inhalt einen entsprechenden Beat hinzufügt. Das springt ein wenig aus der Reihe und passt nicht wirklich zu Jona:S' Stil und klingt nicht wirklich optimal auf das Album abgestimmt - damit ist der Bonustrack allerdings auch das Einzige, das nicht so wirklich stimmt auf dem Album und irgendwie verzichtbar gewesen wäre. Und selbst das ist noch Klagen auf hohem Niveau. Wer Clueso mag, aber wieder mal tanzen will, der wird Gefallen an Jona:S finden - undzwar verdient.

Fazit: Wenn es irgendein Album gibt, zu dem man gleichzeitig tanzen, melancholisch werden, an die Liebe glauben und Kopfnicken kann, dann ist es dieses!