Oscar

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"Portrait Robot"


Sprache: Englisch
Veröffentlicht: 2004
Tracks: 13
Genre: Electro/House/Chillout/Pop

Kurz: Innovative Housemusik mit gesanglichen Pop-Anlehnungen
Für Fans von: Lюк, Faithless, Fatboy Slim, The Ting Tings





Nachdem ich das Album zufällig in einem holländischen Plattenladen entdeckte, konnte ich gar nicht anders, als es mir zu kaufen - schon das Plattencover lässt verlässlich auf die dahinter verborgene Musik schließen. Und tatsächlich, Oscar zaubern auf "Portrait Robot" eine fantastische Musik aus entspannter und tanzbarer Housemusik hervor, verfeinert mit meist weiblichem, leicht poppigen Gesang mit Retrolook. Die belgische Crew um David Hachour und Florent Sabaton überrascht mit jedem Track aufs neue.
Die Single "Lovely Eyes" (sowohl in der Album- als auch der Radioversion) mit dem Gesang von Rose M. verbindet ähnlich dem von Merry King gesungenen "Real" einen 20er-Jahre Stil im Gesang mit moderner Elektromusik jenseits eintöniger Bassstrukturen und treibenden Drums. Die erhalten in "Re:Drum" auch gleich einen eigenen Song, der sich auf Art und Weise einer Schlagzeug-Präsentation ("And then we've got the Snare Drum") dem mit wichtigsten Element dieser Musik nähert. Südseelastigere Percussion leitet den folgenden Track "Cuban Gangstar" ein, der jedoch keineswegs in kubanischen Klischeedarstellungen verweilt und zwischenzeitlich gar mit 90er-Synthesizern aufwartet. Einen populären Gastauftritt verzeichnet Oscar auf "The Architects of Fear" mit den Rappern von Insight aus den USA, wo sich Black und Electro elegant in pumpenden Beats vereinigen. Das ist erfrischend abwechslungsreich und macht das Album um einiges stärker, als wenn es nur aus den von weiblichem Gesang getragenen Songs bestehen würde, auch wenn diese alles andere als eintöniger Durchschnitts-Electro sind. In den beiden mit Sabrina Adnane eingespielten Tracks "When I feel Blue" und "Ready for anything" ergänzen sich elektrische Beats mit klassischem Piano und Adnanes sanfter Stimme zu entspannten Zuhör-Songs.
Inhaltlich drehen sich viele der Songs um Liebe und Gefühle auf der einen und urbanem Großstadtleben auf der anderen Seite, doch zur Beachtung der Texte ist "Portrait Robot" eigentlich weniger gemacht. So kommen einige Songs auch zu großen Teilen instrumental aus - was im Extremfall in "Echoes" zu einem leider viel zu kurzen Piano-Solo von Alexandre Destrez führt, das mit Electro so wenig zu tun hat, dass man seine Freude an der Vielfalt der CD haben kann. Seine Klavierkünste beweist Destrez unter anderem auch in "Ready for anything", in der es auf fast improvisiert klingende Weise die bassigen Loops und die hohe Stimme Adnanes ergänzt.
Zusammengenommen ist "Portrait Robot" ein Album, das den leider viel zu inflationär gebrauchten Begriff "cool" verdient hat, indem es auf lässige Weise mit den Reglern spielt und sich dabei nicht in immer gleichen Elektro-Eintönigkeiten verrennt. Auf die weiteren "Portrait Robots" Volumes kann man nur gespannt sein!

Fazit: Innovativer und vielfältiger Electro zwischen Tanzflur und Sofa!