The Good, The Bad and The Queen

queen
Melancholisch
Romantisch
Autobiographisch
Storytelling
Gesellschaftskritik
Agressiv
Party
Entspannt

"The Good, The Bad and The Queen"


Sprache: Englisch (GB)
Veröffentlicht: 2007
Tracks: 12
Genre: Britpop/Indie/Chillout

Kurz: Entspannter Indie-Britpop, in dem Gesang zum Instrument wird
Für Fans von: Blur, Gorillaz, Snow Patrol, Frames





The Good, The Bad and The Queen beweisen mit dem gleichnamigen Album, wie entspannend Indie-Britpop sein kann. Der Sänger Damon Albarn, der als Fronmann der Britpop-Band Blur berühmt wurde und schon auf zwei Gorillaz-Alben gekonnt Rock mit Electro und Hip Hop mischte, nutzt in diesem Projekt seine Stimme vielmehr als weiteres Instrument denn als eigentlichen Gesang. Harmonisch fügt sie sich in ein exotisches Schlagzeug des nigerianischen Drummers Tony Allen, smoothen Bass von The-Clash Bassisten Paul Simonon und eine abwechslungsreiche Gitarre des The Verve-Musikers Simon Tong ein und erzeugt eine fast instrumentale Musik, die man ebensogut "nebenher" hören kann, wie man der teils orchestralen Vielfalt lauschen kann (wie z.B. in der Single "Herculean"). Inhaltlich drehen sich die meisten Texte um London und das Leben in der britischen Hauptstadt, doch neigt man leicht dazu, die Texte aus den Augen zu verlieren und sich von der Musik tragen zu lassen.
The Good, The Bad and The Queen führt in gewisser Weise den Stil fort, den Albarn schon auf dem Blur-Album "Think Tank" (2003) verfolgte, was sich zumindest in einer Titelbezeichnung widerspiegelt - finden sich auf "Think Tank" Titel wie "Sweet Song" oder "Good Song", sind auch hier z.B. der "History Song" oder der "Bunting Song" zu finden. Das passt zur Musik, da die Stimmung des Songs viel namensgebender zu sein scheint als der textliche Inhalt - der nichtsdestoweniger ausdrucksstark und lyrisch anspruchsvoll ist. Eingängige Refrains fehlen meist und herkömmliche Rock Strukturen sucht man vergeblich - so kann man auch nach vielfachem Hörgenuß nicht wirklich mitsingen, was den "Ohrwurmfaktor" ein wenig verringert (obwohl die Melodien durchaus eingängig sind), aber auch - und das ist das spannende Element - häufig hörbar bleibt und nicht so schnell als "zu oft gehörte CD" im Regal verschwindet. Zu meinen ganz persönlichen Lieblingssongs zählen vor allem der bereits erwähnte "History Song" und "Green Fields" - ein Stück, das immer wieder Spannung auf- und wieder abbaut und hauptsächlich mit akustischer Gitarre und Albarns Stimme auskommt, und dabei ganz auf Schlaginstrumente verzichtet. Aber auch der Titelsong des Albums repräsentiert hervorragend das Projekt mit einem starken Piano Albarns, dem dub-artigen Bass und dem recht sanften Schlagzeug sowie der später einsetzenden E-Gitarre Tongs, die das Stück zunehmend in einen energiegeladenen, schnelleren Teil führt, in der der Verstärker zu abstraktesten Verzerrungen gebracht wird.
Es fällt schwer, einzelne Songs herauszuheben und zu beschreiben, ohne in eine detaillierte musikalische Analyse zu verfallen - ein simples Durchhören von ein oder zwei Tracks ist zum Kennenlernen der Albums deutlich sinnvoller als beispielsweise ein kurzes Anspielen aller Titel. Denn an sich unterscheiden sich die Songs nicht großartig, sondern führen stattdessen ein durchgängiges Konzept durch.The Good, The Bad and The Queen bleibt auch nach häufigem Hören ein anspruchsvolles Instrumentalwerk, das einem die Freiheit lässt, die textlich-lyrischen Seiten hinzuzuentdecken oder eben nicht und das man genauso gut bei gemeinsamem Zusammensitzen hören kann wie beim Entspannen auf der Couch...

Fazit: Damon Albarns Experimentierfreudigkeit par excellance mit hervorragender Besetzung!