Die Azteken
Referat von Jesko Habert

Die Azteken sind ein Indianervolk aus Meso (mittel) –amerika. Ihr Imperium lag im Süden Mexikos und teilweise in Guatemala.

Herkunft

Laut dem aztekischen Mythos lebten sie (und überhaupt alle Menschen) im fünften Zeitalter der Erde. In jeden vorangehenden, von Katastrophen beendeten Zeitaltern lebten andere Wesen; unser Zeitalter soll einst mit einem gigantischen Erdbeben enden.
„Aztek“ bedeutet übersetzt „der, der aus Aztlan kommt“. (Aztlan = Land der Reiher.) Dies ist der Überlieferung nach die Gegend im Norden Amerikas, von dem die Azteken kamen, als sie um 1100 n.Chr. ihre Wanderung auf der Suche nach einem besseren Leben begannen. Ein anderer Name für sie war Mexica, woher auch der Landesname „Mexiko“ kommt. Nach ihrer Wanderung und mehreren versuchten Niederlassungen in Tula und Chapultepec kamen sie am „Lago de Texcoco“ an, angeblich angeführt von ihrem Sonnen- und Obergott Huitzilopochtli. Dort beobachteten die Priester einen Adler, der auf einem Feigenkaktus saß und eine Schlange im Maul hielt, was das Zeichen von Huitzilopochtli war für den Ort, an dem die Azteken sich niederlassen und ein Kulturreich mitten im Sumpf errichten sollten. Wahrscheinlich schafften es die Azteken nur dank ihres festen Glaubens an diese Legende, aus diesen schlechten Bedingungen ein ausgeweitetes Imperium aufzubauen. (Manche Quellen behaupten übrigens, es handelte sich nicht um eine Schlange, sondern um ein rotes und ein gelbes Band, die aztekischen Symbole für Feuer und Rauch, was wiederum Krieg darstellt. Wer Recht hat, ist unbekannt.) Das Bild des Adlers mit der Schlange auf dem Kaktus ist noch heute in der mexikanischen Staatsflagge und auf verschiedenen Geldscheinen zu sehen. An dieser Stelle gründeten sie ihre Hauptstadt Tenóchtitlan, welche später unter den spanischen Eroberern zu Mexiko-Stadt wurde.

Aufstieg der Nation und Staatsaufbau

Zwischen der Erbauung der neuen Aztekenstadt und der Eroberung durch die Spanier gab es zwölf Herrscher in Tenóchtitlan. Der Erste, nach dem auch die Stadt benannt wurde, war Ténoch, und der Vorletzte war der berühmte Mocte-zuma II (auch Montezuma, 1502).

In ihrer 200jährigen Blütezeit errangen die Mexica durch Handel und Krieg die Herrschaft über ein großes Gebiet und viele andere Völker. Anfangs arbeiteten sie noch bei den Tolteken als Söldner (welche das Gebiet vor den Azteken beherrschten), bis sie genug Ruhm und Macht errungen hatten, um sich in die königlichen Familien einzuheiraten.
Um 1430 bildete Tenóchtitlan zusammen mit den Städten Tlacopan und Texcoco eine Allianz, aus der sich später Tenóchtitlan jedoch als Hauptmacht herausbildete, während der Einfluss der beiden anderen Städte nachließ. Mit Hilfe dieser Allianz breitete Tenóchtitlan seine Macht bis jenseits der Grenzen des sumpfigen Tales aus.
Das aztekische Imperium war also theoretisch ein Städtebund wie das Römische es war, auch wenn sich Tenóchtitlan als die eigentliche Herrschaft herausstellte. Die höchstgestellte Persönlichkeit im Imperium war der "huey tlatoque" (Verehrte Sprecher), was zur späteren Zeit im Prinzip ein Imperator war.

Das aztekische Militär bestand aus Wehrpflichtigen sowie Berufssoldaten. Der Beruf war sehr angesehen, besonders wenn ein Mann den Rang eines Jaguarkriegers erreichte.
Die Azteken sahen sich selbst als zivilisiertes Volk und als die Erben der Tolteken an. Die anderen Völker wurden größtenteils als Barbaren angesehen, da sie meist nicht so fest ansässig waren. (Eine Eigenschaft, die die Azteken selbst noch vor wenigen Jahrzehnten besessen hatten.)

Geographie - Tenóchtitlan

Das 1345 gegründete Tenóchtitlan lag in einem See- und Sumpfgebiet mit vereinzelten Inseln, welche jedoch äußerst fruchtbaren Boden hatten. Als Nahrung wurden hauptsächlich Mais, Kürbisse und Bohnen angebaut, Kleidung wurde aus Agaven hergestellt. Die Reicheren trugen Baumwollkleidung und Juwelen.
Als die wenigen natürlichen Inseln zu wenig Platz boten, bauten die Azteken die sogenannten "chinampas" an, künstliche Inseln, die aus dem fruchtbaren Sumpfboden bestanden. Hier wurde hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Außerdem gab es noch die Sandbänke, die als Stütze für die Dämme, die man zur Hochwasserregulierung benötigte, hilfreich waren. Sie verbanden außerdem die einzelnen Inseln und chinampas in ein organisiertes Straßensystem. Die Stadt war schachbrettartig aufgebaut, unterbrochen von mehreren Kanälen.
Die Mittelpunkte, um die sich der Grundriss bildete, waren einerseits der weiß gepflasterte Tempelplatz und andererseits der Palast des Herrschers. Prachtvolle Gebäude im Gebiet Tlatelolco wurden sogar im Wasser errichtet. Vom südlichen Dammweg aus führte eine breite Haupt- sowie Prunk-straße längs durch die ganze Stadt. Zum Festland hin war der Stadtzugang über diese Prachtstraße mit hölzernen Zugbrücken gesichert. Da es weder Wagen noch Lastentiere gab, wurden Waren meist auf dem Wasserweg befördert, falls sie zu groß für den Transport zu Fuß waren. Deshalb mussten die Kanäle durch die ganze Stadt und vor allem bis zum Marktplatz führen, denn dieser war viel besucht. Alle fünf Tage fanden sich dort angeblich 30.000 bis 60.000 Menschen ein – die Einwohnerzahl lag zwischen 500.000 und 1 Millionen Menschen auf einer Fläche von ca. 13 km². Man lebte in kleinen, aus getrockneten Ziegeln gebauten Hütten mit Innenhof und Garten. Egal wie reich die Familie war, die Einrichtung war meist unbequem-spärlich.

Mitten in der Stadt befand sich eine reiche Süßwasserquelle, und das mitten im ansonsten salzigen See, welche0 als Trinkwasser benutzt wurde. Von ihr aus führten Tonrohre durch die ganze Stadt, um alles mit Wasser zu versorgen. Als die Stadt wuchs, wurden zusätzliche Aquädukte gebaut.
Das Abwasser wurde in den See geleitet, der eine kräftige Strömung besaß und den Abfall gut entsorgte. Anderer Abfall wurde mit den Kanus auf die Felder zur Düngung oder zur Erhöhung des Sumpfgrundes verwendet, um neue chinampas zu schaffen.

Religion

Die aztekische Religion ist polytheistisch und beruht teilweise auf der Religion der Tolteken. Die ersten Wesen vor allen anderen Göttern waren Ometecuhtli und Omecuiatl. Sie brachten die anderen Götter zur Welt. Es gibt zahlreiche Götter, denn wann immer die Azteken ein Volk unterwarfen, nahmen sie deren Götter in ihre Religion mit auf. So gab es oft mehrere Götter für ein Gebiet. Der wohl bekannteste Gott ist der Sonnen- und Kriegsgott Huitzilopochtli, gefolgt von Quetzalcoátl, der „gefiederten Schlange“, der einst Herrscher der Tolteken war. Er verließ die Welt in einem Kanu und die Legende besagt, dass er einst zurückkehren würde mit einer weißen Haut und einem Bart. Als Fernan Cortez kam, wurde er deshalb von Moctezuma II für Quetzalcoátl gehalten und entsprechend freundlich aufgenommen – was der Untergang der Azteken war. Quetzalcoátl war Gott des Windes, der Himmels, des Krieges und der Wiedergeburt, und er wurde von sämtlichen Völkern im aztekischen Imperium verehrt. Ein weiterer bekannter Gott, der auch einen großen Tempel in Tenóchtitlan besaß, ist Tlaloc der Donner- und Regengott, welcher natürlich für die Landwirtschaft nicht unwichtig war. Weitere Götter waren Coyolxauhqui, die Schwester von Huitzilopochtli, von dem sie einst ermordet wurde, Mictlantecutli, der Gott der Unterwelt und Tlazolteotl, die Göttin der Reinigung und des Unrats. Es wurden oft Feste zu Ehren der Götter veranstaltet, bei denen es Tänze und Musik gab – verspielte sich ein Musiker, wurde er eingesperrt, bis er verhungerte.

Die Azteken glaubten wie die meisten Völker an ein Leben nach dem Tod, wobei die Art des Todes und die Lebensführung entschieden, wie das aussehen würde. Krieger beispielsweise bekamen einen besonderen Status – sie wurden als Kolibris wiedergeboren.
Ein bekannter und oft erwähnter Kult der Azteken ist ihr Opferkult an Huitzilopochtli. Da die meisten Beschreibungen jedoch von spanischen Missionaren kommen, können sie nicht für garantiert angenommen werden, besonders in Hinsicht auf ihre Grausamkeit. Tatsache ist jedoch, dass die Azteken sowohl Tiere als auch Menschen opferten. In Tenóchtitlan gab es zwei große Stufenpyramiden mit Tempeln auf der Spitze, der Templo mayor war Huitzilopochtli geweiht. Laut den Beschreibungen fanden hier regelmäßig Menschenopfer statt, manchmal auch Massenopferungen, damit Huitzilopochtli die Sonne jeden Tag aufgehen lässt. Geopfert wurden gefangene feindliche Krieger, Sklaven, Kinder und aztekische Krieger. Letztere taten dies freiwillig, da sie es als große Ehre ansahen (ebenso wie den Tod im Kampf). Bei der Opferung wurden die Menscheln einzeln (in langen Reihen stehend) auf die Spitze der Pyramide geführt, wo sie über den Opferstein gelegt wurden, und ihnen der Priester dann mit einem Stein- oder Obsidianmesser das Herz aus der Brust schnitt. Das Herz wurde Huitzilopochtli geopfert, der Körper wurde auf der anderen Seite der Pyramide herabgeworfen (vielleicht auch getragen). Es gibt noch viele andere grausame Beschreibungen, wie z. B. dass die Azteken Kinder in Käfigen verhungern ließen, damit sie weinen – als Opfer an Tlaloc den Regengott. Der Wahrheitsgehalt ist bei manchen solchen Geschichten jedoch zu bezweifeln. Manchmal führten die Azteken mit anderen Völkern „Blumenkriege“ in beidseitigem Einverständnis, um Feinde für die Opferungen zu finden. Diese grauenhaften Opferungen dienten dazu, die Sonne täglich wieder aufgehen zu lassen.

Gesellschaftliche Ordnung

Im aztekischen Reich gab es eine Adelsklasse, die größtenteils aus Erbadligen bestand und etwa 10% der Bevölkerung ausmachte (pilli) und die nicht-adlige Bevölkerung (macehualli). Die einzige Möglichkeit, in die Adelsklasse aufzusteigen, bestand in kriegerischen Heldentaten.
Der Adel bestand aus einflussreichen Adelshäusern, deren Führer nicht immer der älteste Sohn war, sondern der, der sich in Krieg und politischen Ämtern am besten bewährt hatte. Die Amtsübernahme war eine rituelle Zeremonie. Die Adligen waren die einzigen Landbesitzer, denen die Bauern Teile des Ertrags überlassen mussten.
Die Führer der Adelshäuser waren Teil in einer strengen Pyramidendynastie, über denen der Verehrte Sprecher stand. Während dieser die letzte Befehlsgewalt hatte, übernahmen die anderen Adligen andere politische Ämter wie Rechtsprechung, Tributverwaltung und Militärorganisation. Der Verehrte Sprecher besaß den größten Palast mit vielen Bädern und Bediensteten (gebadet wurde sogar im Volk fast täglich, Moctezuma badete oft zwei Mal pro Tag), und lebte in großem Luxus.

Nieder-Adlige, die kein Land besaßen um es von Bauern bestellen zu lassen, wurden Priester, Gelehrte, Kunsthandwerker oder gingen in den Militärdienst.
Die Nicht-adligen waren meist Bauer oder Handwerker. In einem Haushalt lebten oft 3 und mehr Generationen. Die Ehen waren monogam. Die Bauern, die für einen Adligen das Land bestellten, waren keine Leibeigenen, sie konnten jederzeit umziehen und das Land eines anderen Adligen bearbeiten. Statt Adligen als Landbesitzer gab es auch örtliche Verbände, deren Mitglieder das Land ohne Abgabepflicht nutzten.
Alle Gemeinen mussten Steuern zahlen und zum Militärdienst gehen.
Vor der Schule unterrichteten die Väter ihre Söhne und die Mütter ihre Töchter selbst. Die Jungen verrichteten kleine, praktische Arbeiten im Haus und lernten fischen und segeln (wobei sie hart bestraft und geschlagen wurden, wenn sie nicht taten was man ihnen befahl), die Mädchen lernten Baumwollfasern spinnen und das Weben.
Alle Kinder gingen spätestens mit 15 zur Schule. Es gab das Priesterhaus und das Jünglingshaus. Das strenge Priesterhaus bildete zu Priestern und Würdenträger aus und unterrichtete heilige Gesänge, Sternkunde, Traumdeutung und Umgang mit dem Mondkalender. In dem Jünglingshaus wurden oft zu Kriegern ausgebildet, und während der Ausbildungszeit arbeiteten sie in öffentlichen Arbeiten (Dammreparatur usw.). Eine weitere erfolgversprechende Berufsklasse waren die Kaufleute, sowie Gold- und Silberarbeiter, Edelsteinschneider und Federarbeiter, die in gesonderten Gesellschaften lebten.

Die dritte Bevölkerungsklasse sind die Sklaven, die dies jedoch nur auf Zeit waren. Manche sind freiwillig solche geworden, z.B. um Schulden abzutragen. Nach der Frist sind sie wieder frei, genau wie Ehepartner und Kinder. Andere Sklaven waren Kriegsgefangene und Verbrecher, sowie von ihren Eltern verkaufte Kinder. Für alle galt jedoch, dass sie sich freikaufen konnten und das Sklaventum nicht auf ihre Erben bezogen war. Sie durften eigenen Eigentum haben (um sich selber freizukaufen beispielsweise) und sogar eigene Sklaven. Sklaven, die es schafften, ihren Herren zu entfliehen und sich in den königlichen Palast zu retten, wurde sofort die Freiheit gegeben.

Sprache und Schrift

Die Sprache der Azteken nennt sich Nahuátl, sie gehört zu den utoaztekischen Sprachen und ist wohl die meist gesprochene der (heute) 350 mittelamerikanischen Indianersprachen – in Mexiko sprechen rund eine Millionen Menschen Nahuátl.
Zwischen Nahuátl und den anderen Sprachen der von Azteken unterworfenen Völker und den europäischen Sprachen hat es durchaus einen gewissen Sprachaustausch gegeben. Die Indianer übernahmen Begriffe von Spaniern und Portugiesen (vor allem für die von ihnen eingeführten Gegenstände) während hauptsächlich indianische Orts-, Tier- und Pflanzennamen in das Europäische übergingen. (Beispiel: Mexiko, Guatemala und Nicaragua). Doch auch Wörter für indianische Gegenstände gingen in unseren Sprachgebrauch ein, wie z.B. Tomate, Kojote, Chili, Schokolade und Kakao und einige Andere.
Die Schrift hatten die Azteken von anderen eroberten Völkern übernommen, so wird spekuliert. Es ist eine Bilderschrift (Hieroglyphen), die auf Papier oder Leder oder sogar auf Steinen geschrieben (gemeißelt) wurde. Ein Zeichen stellte jeweils ein ganzes Wort dar, mit anderen Bildern konnten sie noch zu weiteren Begriffen ergänzt werden. Sie verwendeten die Schrift häufig für die Niederschrift wichtiger Ereignisse, religiöser Ideen und mythischer Gesänge, wodurch sie auch uns noch in religiösen Heiligtümern erhalten sind.

Sonstige Kulturelle Besonderheiten

- Keine Erfindung des Rades – Transport durch Menschen und Boote
- Kein Eisen – Die Schwerter waren aus Holz, das mit Obsidian (Vulkanglas) splittern gespickt waren.
- Keine Pferde – erst mit der Ankunft der Spanier wurden sie in diese Gegend eingefuuml;hrt.
- Kein Geld – entweder gab es Tauschhandel, oder Kakaobohnen wurden als Ersatzwährung benutzt. „Falschgeld“ entstand leicht: Körbe voll Kakaobohnen, von denen die unteren, nicht sichtbaren ausgehöhlt waren, und nur die wertlose Hülle übrig blieb.
- Keine Kamine – Die Feuerstellen in den Huuml;tten hatten keinen Rauchablass.
- Wasserspuuml;lung in den Aborten, sogar in den Öffentlichen.
- Großartige Architektur, von den Stufenpyramiden bis zu den Huuml;tten
- Gutes mathematisches Verständnis.
- Religiöse Ballspiele, die den Lauf der Sonne und des Mondes symbolisierten.
- Ein detailgenauer, in der Jahreslänge nur wenig von unserem abweichenden Kalender. (365 Tage im Jahr, 18 Monate á 20 Tage. Außerdem 5 „unglückliche“ Tage. 52 Jahre werden in einem Zeitalter zusammengefasst. Einer, der Mondkalender, für rituelle Feste und Besonderheiten und der Sonnenkalender für das einfache Volk.
- Sie waren die letzte uramerikanische Großmacht, bevor die Europäer den Kontinent eroberten.

Fall des Aztekenreiches

Die Blütezeit des aztekischen Imperiums endete mit der Ankunft Hernan Cortéz und der Spanier. Da dieser aufgrund seiner weißen Haut und seines Bartes (siehe Religion) für den Gott Quetzalcoátl gehalten wurde, empfing der aztekische Imperator Moctezuma II ihn mit ausgeprägter Freundlichkeit und bot ihm alles Gold an, was er begehrte. Das ließ Cortéz mehr vermuten, und die Goldgier ließ ihn sich zum Angriff bewegen. Er hatte leichte Karten, denn vor allem die Randprovinzen (es gab 38 tributpflichtige Provinzen) des aztekischen Reiches waren oft unzufrieden mit der aztekischen Herrschaft, da diese äußerst verheerende Feldzüge führte und nur wenig mit sich auf diplomatischer Ebene verhandeln ließen. So gab es viele unterworfene Eingeborenenstämme, die Cortéz unterstützten. Moctezuma II wurde abgesetzt, doch sein Nachfolger konnte das Unglück nicht mehr abwenden.
Am 13. August 1521 ergab sich der letzte aztekische Herrscher Cuáutemoc nach blutigen Kämpfen mit den Spaniern in Tenóchtitlan, denn sein Volk war schwer dezimiert worden durch die von den Europäern eingeführten Windpocken und die Spanier hatten ihre Wasserversorgung zerstört. Er und die anderen Adligen wurden erhängt, Tenóchtitlan wurde zerstört und auf den Ruinen wurde Mexiko-Stadt gebaut.

Heute leben in und um Mexiko-Stadt ca. 1 Millionen Azteken (größte indigene Bevölkerungsgruppe Mexikos). Sie sprechen noch immer Nahuátl, ihre Religion ist eine Mischung zwischen der aztekischen Religion und dem Katholizismus. Im Gegenteil zu den nordamerikanischen Indianern, jedoch gleich wie viele andere, größere mittelamerikanische Stämme gehören die Azteken zu den Indianerstämmen, die trotz der spanischen Eroberung trotzdem einen Bevölkerungszuwachs hat. Die Nachkommen der Azteken bilden damit einen Großteil der Bevölkerung des mexikanischen Hochlandes, aber auch der spanisch sprechenden Oberschicht.

Religionen süd- und mittelamerikanischer Ureinwohner

Bevor der amerikanische Kontinent von Columbus und den Europäern entdeckt und erobert wurde, lebte dort eine Vielzahl von Indianerstämmen. Während die Indianer Nordamerikas ein Nomadenleben führten, waren die Indios aus Mittel- und Südamerika eher ansässig, bauten Städte und Straßen und die berühmten Stufenpyramiden, die auf gemeinsame Ursprünge mit Ägypten schließen lassen. Die berühmtesten Stämme sind die Azteken aus der mexikanischen Ebene, die Mayastämme von der Yucatan-Halbinsel und die Inka aus dem Gebiet des Andengebirges. Noch neben diesen drei größten Stämmen zur Zeit der europäischen Eroberung gab es Hunderte anderer Stämme, und vor diesen herrschten wieder andere über dieses Gebiet. Viele hatten ihre eigenen Religionen, welche hier alle zu nennen unmöglich wäre, doch viele Stämme besaßen gemeinsame Religionen, vor allem die, die unter der Herrschaft anderer Stämme waren. Die Religion der Azteken beispielsweise hatte sehr viele Götter, weil sie von vielen verschiedenen, den Azteken unterworfenen Stämmen angebetet wurden.

Azteken, Tolteken, Olmeken und die unterworfenen Stämme

Die Azteken waren ein im 14. und 15. Jahrhundert lebendes Indianervolk aus Mesoamerika. Ihr Imperium lag im Süden Mexikos und teilweise in Guatemala. Sie stammen ursprünglich aus „Aztlan“, einem Land in Nordamerika. Wahrscheinlich aus Nahrungsgründen machten sie sich unter der Führung ihres obersten Gottes auf in den Süden, wo sie sich nach langer Wanderung in dem Sumpfgebiet am Texcoco-See niederließen. Von hier aus begründeten sie in nur 200 Jahren eine Hochkultur, die zahlreiche andere ansässige Stämme unterwarf. Vor den Azteken herrschten in diesem Gebiet die Tolteken (und davor die Olmeken), von denen die Azteken einige Riten und Götter übernahmen.
Die aztekische Religion ist wie alle meso- und südamerikanischen Religionen polytheistisch. Die ersten Wesen vor allen anderen Göttern waren Ometecuhtli und Omecuiatl. Sie brachten alle anderen Götter zur Welt. Es gibt zahlreiche Götter, denn wann immer die Azteken ein Volk unterwarfen, nahmen sie deren Götter in ihre Religion mit auf. So gab es oft mehrere Götter für ein Gebiet. Der wohl bekannteste Gott ist der Sonnen- und Kriegsgott Huitzilopochtli (der auch ihr oberster Gott ist), gefolgt von Quetzalcoátl, der „gefiederten Schlange“, der einst Herrscher der Tolteken war. Er verließ die Welt in einem Kanu und die Legende besagt, dass er einst zurückkehren würde mit weißer Haut und einem Bart. Als Fernan Cortez, der spanische Eroberer, kam, wurde er deshalb von Moctezuma II für Quetzalcoátl gehalten und entsprechend freundlich aufgenommen – was der Untergang der Azteken war. Quetzalcoátl war Gott des Windes, des Himmels, des Krieges und der Wiedergeburt, und er ist der einzige Gott, der von sämtlichen Völkern im aztekischen Imperium verehrt wurde. Ein weiterer bekannter Gott, der auch einen großen Tempel in Tenóchtitlan besaß, ist Tlaloc, der Donner- und Regengott, welcher natürlich für die Landwirtschaft nicht unwichtig war. Weitere Götter waren Coyolxauhqui, die Schwester von Huitzilopochtli, von dem sie einst ermordet wurde, Mictlantecutli, der Gott der Unterwelt und Tlazolteotl, die Göttin der Reinigung und des Unrats. Es wurden oft Feste zu Ehren der Götter veranstaltet, bei denen es Tänze und Musik gab – verspielte sich ein Musiker, wurde er eingesperrt, bis er verhungerte.

Die Azteken glaubten wie die meisten Völker an ein Leben nach dem Tod, wobei die Art des Todes und die Lebensführung entschieden, wie das aussehen würde. Krieger die im Kampf starben beispielsweise bekamen einen besonderen Status – sie wurden als Kolibris wiedergeboren.
Ein bekannter und oft erwähnter Kult der Azteken ist ihr Opferkult an Huitzilopochtli. Da die meisten Beschreibungen jedoch von spanischen Missionaren kommen, können sie nicht für garantiert angenommen werden, besonders in Hinsicht auf ihre Grausamkeit. Tatsache ist jedoch, dass die Azteken sowohl Tiere als auch Menschen opferten. In Tenóchtitlan gab es zwei große Stufenpyramiden mit Tempeln auf der Spitze; der Templo mayor war Huitzilopochtli geweiht. Laut den Beschreibungen fanden hier regelmäßig Menschenopfer statt, manchmal auch Massenopferungen (einmal angeblich 20000 Menschen an einem Tag!), damit Huitzilopochtli die Sonne jeden Tag aufgehen lässt. Geopfert wurden gefangene feindliche Krieger, Sklaven, Kinder und aztekische Krieger. Letztere taten dies freiwillig, da sie es als große Ehre ansahen (ebenso wie den Tod im Kampf). Bei der Opferung wurden die Menscheln einzeln (in langen Reihen stehend) auf die Spitze der Pyramide geführt, wo sie über den Opferstein gelegt wurden, und ihnen der Priester dann mit einem Stein- oder Obsidianmesser das Herz aus der Brust schnitt. Das Herz wurde Huitzilopochtli geopfert, der Körper wurde auf der anderen Seite der Pyramide herabgeworfen (vielleicht auch getragen). Es gibt noch viele andere grausame Beschreibungen, wie z. B. dass die Azteken Kinder in Käfigen verhungern ließen, damit sie weinen – als Opfer an Tlaloc den Regengott. Der Wahrheitsgehalt ist bei manchen solchen Geschichten jedoch zu bezweifeln. Manchmal führten die Azteken mit anderen Völkern „Blumenkriege“ in beidseitigem Einverständnis, um Feinde für die Opferungen zu bekommen. Diese ziemlich grauenhaften Opferungen dienten dazu, die Sonne täglich wieder aufgehen zu lassen, da die Azteken glaubten, dass Huitzilopochtli das Blut benötige.

Die vorher in diesem Gebiet ansässigen Tolteken besaßen ebenfalls eine militärische Macht über die anderen Stämme, doch wie der Name „Tolteken“ (Meisterbauer) auf Nauhatl schon sagt, waren sie auch sehr gute Künstler. Sie beteten den Gott Quetzalcoatl an, den sie wahrscheinlich von einem älteren Stamm übernommen hatten. Laut der Legende wurden sie von dem feindlichen Gott Tezcatlipoca aus ihrem Reich bei Tula (Nordmexiko) vertrieben, woraufhin sie sich bis in die Nähe des Mayareiches ausbreiteten wo sie Chichén Itzá zu ihrer Hauptstadt machten.
Vor den Tolteken lebten an der südlichen Küste des Golfes von Mexiko die Olmeken. Sie sind die älteste Hochkultur Mesoamerikas. Auch sie bauten ihre Tempel neben Pyramiden, allerdings noch aus Erde, was Tolteken und Azteken später in Stein fortführten. Außerdem bildeten sie steinerne Köpfe von einer Größe von bis zu 3 Metern, ob sie aus religiösen Zwecken oder in Andenken an ihre Ahnen gebaut wurden, ist unbekannt. Allgemein ist über die Olmeken sehr wenig bekannt, denn obwohl sie so etwas wie Hieroglyphen hatten, ist nach mehr als 2500 Jahren nicht mehr viel erhalten, da das Gebiet so oft die Bewohner und Herrscher wechselte. Zwischen der Herrschaft der Olmeken und der der Tolteken war die Hochzeit der Stadt Teotihuacán. Sie bauten ebenfalls Pyramiden (eine Sonnen- und eine Mondpyramide aus Lehmziegeln) und auf den Mauern ihrer Tempel sind (wahrscheinlich religiöse) Zeichnungen zu finden.
Zur Zeit der europäischen Eroberungen existierten in Mexiko außerdem noch die Reiche der Mixteken, der Tarasken, der Zapoteken, der Tlaxcalteken, der Otomí und der Totonaken.

Die Maya-Stämme

Auch wenn meistens die Maya als ein Stamm genannt werden, war es in Wirklichkeit doch eine Völkerfamilie. Sie sind nach dem auf der Halbinsel Yucatan lebenden Stamm der Maya benannt, doch die Quíche, Huasteken, Chol, Tzeltal, Pokonchi und Cakchiquel teilten mit ihnen dieselbe Kultur und Religion. Allerdings herrschte unter mehreren dieser Stämme Feindschaft und es gab viele blutrünstige Kriege. Wie auch die Azteken hatten sie zwar große Städte, ein Schriftsystem und eine ausgeprägte Kultur, doch es fehlten ihnen jegliche Zugtiere oder das Rad. Die Hochzeit der Maya war von 300 bis 900 nach Christus, allerdings existieren noch heute mehr als 6000 Nachkommen der Maya. Der Untergang der Hochkultur der Maya geschah durch die Eroberungsfeldzüge der Spanier, doch sie waren schon vorher durch die zunehmende Adligendekadenz und Kriege mit anderen Mayastämmen und den Tolteken geschwächt.
Noch heute finden sich viele Ruinenstädte der Mayavölker, so zum Beispiel in Palenque, Chichén Itzá und Tikal (religiöse Zeremonialzentren). Die Pyramiden, die sie als religiöse Stätten nutzten (wie z.B. die „Pirámide de los Cinco Pisos“ in Edzna), waren nur teilweise in diesen Zentren und heutigen Ruinen. Zum anderen Teil heben sie sich wie die Pyramiden der Inka mitten aus dem Urwald hervor. Die Pyramiden sind aus großen, behauenen Steinblöcken gebaut und haben auf ein oder zwei Seiten sehr hochstufige Treppen. Nur die Fundamente sind aus solidem Stein gebaut, das Innere der Pyramiden besteht aus Schutt und Erde, was eine Außergewöhnlichkeit im Vergleich zu den anderen soliden Pyramiden darstellt.

Der höchste Gott der Maya war Hunab Ku, der Regengott wurde Chac genannt. Andere wichtige Götter waren Ah Ouch, der Gott der Unterwelt und Kukulcán, der Gott des Windes und des Atems. Interessant ist, dass die Götter der Maya zwar anders hießen, aber jeweils die gleichen Funktionsbereiche hatten wie die der Azteken. (Kukulcán = Quetzalcoátl) Neben diesen Göttern wurden zahlreiche Naturgottheiten angebetet. Die Maya waren des festen Glaubens, dass ihre Götter jedwede Handlung der Menschen in diesem Zeitalter kontrollierten, sie hatten ein großes Gottvertrauen.

Indianerstämme aus dem nördlichen Südamerika und der Karibik

Nach Funden zu urteilen gab es bereits 18.000 v. Chr. erste Indianerstämme in Südamerika. Die ersten Staaten entstanden jedoch erst um 3000 v. Chr., als Maisanbau und Tonbearbeitung ihre Blüte erlebten.
Die nennenswerteste Gruppe des Karibikgebietes (neben dem Albinostamm der Cuna) waren die Arawak. Sie waren das erste Indianervolk, mit dem Kolumbus Kontakt hatte. Ihre Religion war hierarchisch aufgebaut wie ihre Gesellschaft, es gab Häuptlinge, Krieger, Bauern und Sklaven unter den Göttern genau wie unter den Menschen. Heute leben nur noch in Teilen Südamerikas wenige Arawak, die der karibischen Inseln sind längst ausgestorben. Sie hinterließen keine Schriften und nur wenige Gegenstände (geschweige denn Städte), da die Arawak Südamerikas sich der Industriekultur anpassten und sie nun als Minderheit in Großstädten leben. Im karibischen Gebiet lebte später auch der Stamm der Kariben, die keine wirkliche Gesellschaft besaßen, sondern als einzelne Krieger kämpften und für sich selbst anbauten und jagten.

Inka und Indianerstämme des Andengebietes

Im Gebiet der Anden gab es mehrere Hochkulturen, die sich schon seit 11000 v.Chr. langsam entwickelt hatten. Dort waren die Entwicklungschancen auch größer als in den Gebieten Meso- und Nordamerikas, denn in den Anden ist u.a. das Lama beheimatet, das schon bald von vielen Stämmen domestiziert und so als Lasttier benutzt werden konnte. Neben den Meerschweinchen als Fleischversorgung gab es auch im und am Pazifik reichlich Nahrung – Fische, Meeresvögel, Meeresfrüchte und Delfine. Im Gebiet des heutigen Perus entwickelte sich nördlich die Mochekultur und im Süden die Nazcakultur (welche zur Benennung einer tektonischen Platte beitrug). Beide legten weitläufige Straßen und Städte an, sowie Bewässerungsanlagen und Tempel. Mehrere Staaten entstanden in der Zeit nach diesen beiden Hochkulturen, die bedeutendste, die alle anderen verdrängte, war jedoch die der nach 1000 n. Chr. herrschenden Inka. Der Inkastaat („Quechua“) war im Hochland um ihre Hauptstadt Cuzco entstanden (welche heute noch als beeindruckende Ruinenstadt zu besichtigen ist). Erstaunlicherweise entwickelten die Inka keine Schrift, sondern dokumentierten Steuer und Tributleistungen sowie religiöse Überlieferungen auf eine Weise, die bis jetzt noch nicht verstanden ist – sie hatten eine „Knotenschrift“ in langen Bändern.
Der Herrscher dieses Reiches wurde der Inka genannt, und unter ihm folgten in klar festgelegter Reihenfolge die Königsfamilie, die Adligen und so weiter. Der oberste Gott des Inkavolkes war Viracocha, der Schöpfer und Beherrscher aller Lebewesen. Die Namen der meisten anderen Götter sind nicht sehr bekannt, doch es gab jeweils einen für die Sonne, die Sterne, das Wetter, den Mond, die Erde und das Meer. Die zahlreichen Zeremonien der Inka waren äußerst kompliziert und dienten der Ernte und der Gesundheit, also den lebenswichtigen Dingen. Bei wichtigen Zeremonien wurden auch Tieropfer dargebracht, Menschenopfer gab es jedoch längst nicht so häufig wie bei den mesoamerikanischen Kulturen, auch wenn sie teilweise vorkamen. Auch die Inka bauten an ihren religiösen Stätten Pyramiden, die noch heute mitten aus dem Urwald ragen.

Ähnlichkeiten der Mittel- und Südamerikanischen Religionen

Am beachtenswertesten ist wohl das häufige Vorkommen von Pyramiden (oder Piramiden, wie sie in Mexiko genannt werden). Sowohl Azteken, Tolteken, Olmeken, Inka, die Mayastämme und viele andere kleinere Stämme bauten große Pyramiden in Städten, Tempelplätzen oder im Urwald, auf denen sie ihre Götter ehrten, religiöse Feste feierten und Tier- und Menschenopfer vollzogen. Verwunderlicherweise hat die Pyramide auch in Ägypten und bei den Numiden aus Afrika eine starke religiöse Bedeutung, auch wenn es sich dort meist um das Gedenken an die Toten handelte. Die beiden ehemals Zusammenhängenden Kontinente müssen also irgendeinen gemeinsamen „Urgrund“ haben, die zum Bau der Pyramiden ermutigte. Doch als die Kontinente sich vor Urzeiten voneinander lösten, lebten die Menschen noch nicht, es kann also nicht ein ursprünglicher Stamm gewesen sein, von dem sie alle abstammen; die Indios kamen Vermutlicherweise über eine Landbrücke von Ostrussland auf den amerikanischen Kontinent. Woher also kommt diese Vorliebe für Pyramiden? Möglicherweise liegt die Antwort in der Natur, die die frühen Völker noch besser wahrnahmen, und aus der sie die Inspiration für ein pyramidenförmiges Gebilde hatten. Dieses Rätsel ist noch weit davon entfernt, geklärt zu sein, und wahrscheinlich wird man es wohl nie herausfinden können.
Auch auffällig ist, dass die meisten der meso- und südamerikanischen Indianerstämme Menschenopfer vollzogen – manche mehr, manche weniger – und das noch im 15. Jahrhundert, in dem in Europa und Asien lediglich als Verbrechensbestrafung Leute öffentlich umgebracht wurden. Auch diese „Vorliebe“ ist unerklärlich, denn warum sehen es so viele Völker in einem Gebiet als notwenig an, Menschen für ihre Götter zu opfern, und das über Jahrhunderte hinweg? Eine mögliche Erklärung wäre ein gemeinsamer Ursprung aller Indiostämme, doch inzwischen wird es als erwiesen angesehen, dass die Stämme zu verschiedenen Zeiten auf den amerikanischen Kontinent und in den Süden wanderten. (Zwischen Olmeken und Azteken beispielsweise liegen mehr als 2000 Jahre!)

Das alle ihre Religionen polytheistisch (viele Götter) sind, ist allerdings keine Besonderheit, denn ebenso wie die anderen Naturreligionen teilen sie jedem Bereich und jeder Tätigkeit einen Gott zu – genauso wie sie es bei sich selbst handhaben.
Eine zusätzliche Gemeinsamkeit liegt in der grandiosen Architektur, die in der Welt ihresgleichen sucht – vor allem wenn man bedenkt, dass die mesoamerikanischen Stämme weder Wagen noch Lasttiere hatten. Trotzdem erbauten sie ihre großen Pyramiden und Tempel, große Städte und lange Straßen, Wasserleitungen, künstliche Inseln (Azteken) und andere Dinge wie die großen Köpfe der Olmeken. Auch die Gesellschaftssysteme der Hochkulturen waren durchaus nicht schlecht entwickelt, es gab Schulsysteme, Gerichte die Adlige härter bestraften als Bauern und funktionierende Handelsbeziehungen. Hätten sie die Möglichkeit gehabt, sich ohne den Einfall der Europäer zu entwickeln, so besäßen sie heute nicht nur ein sehr großes Reich, sie hätten sich auch noch beträchtlich weiterentwickelt, sicherlich auch in Hinsicht ihrer Religion. Ob uns dann die Ruinen und ihre alten Denkmäler erhalten geblieben wären, bleibt zu fragen, denn vielleicht hätten sie ihre eigene Vergangenheit hinter sich gelassen und all die Pyramiden und Tempel vielleicht nicht mehr hier.

Quellenangabe:

  • „Azteken“ und „Indianersprachen“ aus der Microsoft Encarta Professional 2002
  • „Die Azteken“ von www.indianer-welt.de
  • „Azteken“ von der freien Enzyklopädie Wikipedia (www.wikipedia.de)
  • „Meyers Jugend Lexikon“, von der Meyers Lexikon Redaktion. 4. Auflage, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich; Meyers Lexikonverlag, 1998