Der Kalte Krieg
Referat von Jesko Habert
Als der Kalte Krieg wird die an einen Krieg grenzende Auseinandersetzung der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Sowjetunion bezeichnet. Es kam keinmal zu einem tatsächlichen Krieg der beiden Supermächte, wenn sie auch oft kurz davor standen. Zusammen mit den beiden Staaten wurde in der Zeit von 1945 bis 1985 Deutschland, Europa und eigentlich die gesamte Welt geteilt in die zwei sozialen Systeme: den Kommunismus der Sowjetunion und den Kapitalismus der USA. Doch der ideologische Hintergrund war nur einer neben denen von wirtschaftlichen Interessen und natürlich politischer Macht.
Der Kommunismus findet (abgesehen von frühen Philosophen wie Platon) seinen Ursprung in Karl Marx, der ihn als ein soziales Gesellschaftsmodell entwickelte. Das Privateigentum sollte aufgehoben werden und „verstaatlicht“ werden und jeder sollte für die Arbeit, die er am liebsten ausüben würde und am besten könnte, gleich bezahlt werden. Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland ergriffen die Bolschewiken die Macht und setzten sich den Kommunismus als Ziel vor. Ein wichtiger Schritt dahin sei aber zuerst die Diktatur des Proletariats, um das kapitalistische Bürgerdenken abzuschaffen. Unter den Bolschewiken wurde Russland zur Union der Sozialen Sowjetrepublik, zu der außerdem mehrere heutige Ostblockländer gehörten. Der Nachfolger nach Lenin in seiner kommunistischen Partei war Stalin, unter dem der Kommunismus tatsächlich zu einer Diktatur wurde: Er bestimmte, was alle Kommunisten zu denken hatten und wie sie sich verhalten sollten, um die Republik nicht zu gefährden. Außerhalb Russlands entstanden nach der erfolgreichen Übernahme der Bolschewiken des Staates in vielen anderen Ländern (besonders in ärmeren) kommunistische Parteien oder Regierungen. Erfolgreich wurden sie besonders in China (Gründung der Volksrepublik) und in Kuba unter Fidel Castro. Neben diesen beiden Ländern ist der Kommunismus heute nur noch in Vietnam und Nordkorea an der Macht.
Der Kapitalismus ist ein (u.a. von Adams definiertes) System der freien Marktwirtschaft, reguliert durch Angebot und Nachfrage. Die Entwicklung des Kapitalismus’ entstand im 18. Jahrhundert und besteht darin, dass der Staat sich aus dem Wirtschaftlichen zurückzieht. Laut diesem System sind auf Gewinn orientierte Individuen dem allgemeinen Wohlergehen sogar förderlich, da ihre (privaten) Unternehmen und Fabriken im freien Wettbewerb und unter Konkurrenz sowohl für den Verbraucher (durch preiswerte Ware und Dienstleistungen aufgrund der Konkurrenz) als auch für den Unternehmer (durch den Willen, selbst etwas vom Gewinn abzubekommen) von Vorteil sind. Die Nachteile sind natürlich das reicher werden der Reichen (Unternehmer) und das ärmer werden der Armen (Arbeiter). Eine Folge des Kapitalismus ist die Globalisierung: Die Gewinnorientierung der Unternehmer von multinationalen Konzernen führt durch die modernen Transport- und Kommunikationsmittel zu einer Nutzung nicht nur der Rohstoffe, Absatzmärkte und Arbeitskräfte des eigenen Staates, sondern auch derer Länder, in denen es mehr Rohstoffe, mehr Käufer oder billigere Arbeitskräfte gibt. Das führt einerseits zu einer zunehmenden Verarmung der Dritte-Welt-Länder, da sie vom Kapitalismus abhängig gemacht werden und trotzdem für extreme Niedriglöhne arbeiten müssen, andererseits zu der derzeitigen und zukünftigen Arbeitslosigkeit in westlichen Ländern, da die Arbeitskräfte in ärmeren Ländern für die Unternehmer lukrativer sind.
So stand aus westlicher Sicht die Freiheit und Demokratie gegen die Diktatur, während für die Kommunisten die Entfaltung des neuen, sozialen Menschens gegen die Ausbeutung des Westens stand. Beide Systeme, sowohl Kommunismus als auch der Kapitalismus, haben Vor- und Nachteile, doch der Kommunismus erwies sich global gesehen nicht als durchsetzbar.
Schon bei der
Gründung der UdSSR durch die Bolschewiken kam es zu einem
Konflikt mit den USA. Diese wollten den neugegründeten Staat
unter dem gegenläufigen System nicht anerkennen und
intervenierten von 1918 bis 1920 in ihm mit 10000 Soldaten. Erst 1933
wurde die UdSSR auch von den USA als Staat anerkannt. Beim Ausbruch des
zweiten Weltkrieges 1939 verbündete der kommunistische Staat
sich mit den westlichen Mächten (unter der Führung
von England, Frankreich und der USA) gegen die nationalsozialistische
Gefahr der „Achsen-Mächte“ (Deutschland,
Italien, Japan, Ungarn, Kroatien, Slowakei). Nachdem die Faschisten
besiegt waren und Deutschlands bedingungslose Kapitulation angenommen
wurde, kam der Kommunismus mit gesteigerter Beliebtheit daraus hervor.
Die UdSSR hatte die Hauptlast des Krieges übernommen und bis
jetzt hatte sich ihr System bewährt, außerdem hatten
die USA zugunsten der Anti-Nazi-Propaganda auf die Schlechtmachung des
Kommunismus in den letzten Jahren verzichtet. Mehrere kommunistische
Parteien entstanden sowohl in europäischen als auch
asiatischen und amerikanischen Ländern. Daraufhin nahmen die
kapitalistischen Mächte, allen voran die USA, ihren Kurs gegen
den Kommunismus erneut auf. Um sich selbst zu schützen
etablierte die Sowjetunion in den meisten Ostblockländern
(teilweise mit Gewalt) kommunistische Regierungen und nahm sie
teilweise in die Sowjetunion auf. Diesen Sicherheitsbereich wollten die
USA wiederum nicht anerkennen, was zu einer Verschärfung der
Lage führte und die Teilung Deutschlands zur Folge hatte. Die
Sowjetunion hatte Anfangs noch ein neutrales, geeintes Deutschland
unter alliierten Mächten im Sinn. Doch die USA versuchten den
Kommunismus „einzudämmen“ (teilweise durch
Beendigung der Kreditzusage an die UdSSR) und nahmen dafür
auch ein geteiltes Deutschland in Kauf. Unter dem amerikanischen
Präsidenten Truman verstärkte sich die
Anti-kommunistische Politik so sehr, dass es in den Staaten sogar zu
Kommunistenverfolgungen kam. 1948 führten die westlichen
Alliierten in Westdeutschland die Währungsreform ein
(Westmark), was von Seiten der Sowjetunion als Bruch der Potsdamer
Beschlüsse, nämlich Deutschland einig zu halten,
gesehen wurde, und zu
der Berliner Blockade führte (welche nach der Notversorgung
über die Luftbrücke abgebrochen wurde). Der Westen
reagierte daraufhin mit der Verbindung der drei westlichen Zonen zu dem
Staat der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und 1949 mit der
Gründung der NATO („North Atlantic Treaty
Organisation = Nordatlantikpakt). Im gleichen Jahr gründete
die Sowjetunion daraufhin die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und
gab die Hoffnung auf ein geeintes, neutrales Deutschland auf.
Ebenfalls im Jahre 1949
zündete die UdSSR ihre erste Atombombe. Seit dem bestand eine
allgemeine Angst vor der Atomgefahr, da die USA (bis dahin einzige
Atommacht) dies als Provokation ansah und in jeglichem Gefahrfall die
Benutzung eigener Atombomben androhte. („Gleichgewicht des
Schreckens“)
1950 kam es zu der
Korea-Krise, einem sog. Stellvertreterkrieg zwischen den beiden
Supermächten. Korea war nach der Kapitulation Japans zwischen
der USA (Süden) und der UdSSR (Norden) aufgeteilt. Nachdem
1949 beide Truppen wieder
abgezogen waren, versuchte der Nordkoreanische Kommunist Kim Il-Sung,
den Diktator Südkoreas abzusetzen. Daraufhin griffen die
US-amerikanischen Truppen erneut ein. Ein Sieg der USA wurde nicht
errungen, doch Korea blieb von da an in Nord- und Südkorea
geteilt.
1953 entspannte sich die Lage
ein wenig, da nach Stalins Tod in der UdSSR große
innenpolitische Probleme vorlagen und der neue Herrscher Chruschtschow
darum auf eine „friedliche Koexistenz“ setzte. Die
BRD wurde währenddessen als souveräner Staat mit
Westintegration akzeptiert und auch eine Wiederbewaffnung war ihnen
erlaubt.
Doch die Entspannung hielt
nicht lange an, denn mit dem Bau der Berliner Mauer am 13 August 1961
war diese Phase beendet. Die Sowjetunion unternahm damit etwas gegen
den Verlust von Arbeitskräften durch Abwanderungen von
DDR-Bürgern in den Westen. Die Mauer wurde über Nacht
gebaut, und der amerikanische Präsident Kennedy zog
schließlich die darauf reagierenden Panzer an der Grenze ab,
da er feststelle, die Mauer sei „tausendmal besser als
Krieg“. 1962 spitzte sich die Lage so sehr zu, dass es fast
zum Ausbruch eines dritten Weltkrieges gekommen wäre. Die
UdSSR plante eine Atomwaffenstationierung im von Fidel Castro
geführten, kommunistischen Kuba
(„Kuba-Krise“), da die USA Langstreckenraketen in
der Türkei stationiert hatte. Kennedy reagierte prompt mit
einer Seeblockade Kubas, um die Zulieferung durch sowjetische Schiffe
zu verhindern. Außerdem nahm er geheim Kontakt zu
Chruschtschow auf: Sie einigten sich auf den Verzicht der
Atomwaffen-stationierung auf Kuba, sowie den Abzug der Raketen in der
Türkei. Nachdem dieser Beinahe-Zusammenstoß
verhindert worden war, wurde der sog. „heiße
Draht“, oder auch das „rote Telefon“
zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml eingerichtet.
Erst ab den 70er Jahren
entspannte sich die Lage wirklich (mit einem kleinen Rückfall
während des Afghanistan-Krieges, in dem Russland sich
beteiligte), was daran lag, dass sich nach dem Schock der Kuba-Krise
beide Gegner verständigten, China Verhandlungen mit den USA
aufnahm und die Regierung der BRD eine starke Entspannungspolitik
durchführte. Außerdem gaben 1979 die UdSSR das
Wettrüsten auf, da sie aus ökonomischen
Gründen nach der Entwicklung des Raketenabwehrsystems auf
Seiten der USA nicht mehr mithalten konnten. Die letzten Jahre des
kalten Krieges hatten mehr in Technik und Politik als im
militärischen Bereich stattgefunden (Weltraum-Wettlauf). 1985
wurde der Kalte Krieg unter dem russischen Präsidenten
Gorbatschow und dem amerikanischen Präsidenten Reagan beendet
und die
Abrüstung auf beiden Seiten schritt tatsächlich fort
(besonders die atomare Aufrüstung hatte die UdSSR nah an den
Ruin geführt und war auch für die USA ein
großes finanzielles Problem gewesen). Die meisten der Waffen
wurden offiziell unter Begutachtern der jeweils anderen Supermacht
zerstört, doch vermutlich wurden viele von ihnen einfach in
Seen oder Wüsten beiseite geschafft. Der ideologische Konflikt
endete in den 90er Jahren, als die UdSSR sich in die Ostblockstaaten
auflöste.
Heute sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Amerika durchaus „normalisiert“, auch wenn der derzeitige Präsident Russlands, Putin, laut eigener Aussage eine „gelenkte Demokratie“ betreibt.