Die Revolution von 1848
Kurzreferat von Jesko Habert
Die Revolutionen von 1848/49 schienen anfangs durchaus erfolgreich. Mit der Entstehung der Frankfurter Nationalversammlung waren viele Ziele in greifbare Nähe gerückt: diverse Freiheiten, ein allgemeines Wahlrecht und die Gewaltenteilung waren wichtige Bestandteile der von ihr erstellten Verfassung. Und doch endete die ganze Situation in einem erneuten Erstarken der alten Mächte, die bis Ende 1849 sich nach und nach ihre alten Positionen zurückgeholt hatten, teils durch blutige Schlachten zwischen Heer und Volk, teils durch ein zunehmendes Nachlassen der "Gewinner" der Revolution. Nach der Straßenschlacht in Berlin war der preußische König noch von den Umständen gezwungen, vor den gefallenen Revolutionierenden den Hut abzunehmen. Als die Frankfurter Nationalversammlung ihm die Kaiserkrone über ganz Deutschland im Rahmen der geschaffenen Verfassung überreichen wollte, war seine Position bereits wieder so weit gesichert, dass er dies ablehnen konnte.
Woran dieses letztendliche Scheitern der Revolution lag, ist bis heute ungewiss. Es ist möglich, dass die Aufständischen einfach nicht mit der gewonnen Macht umgehen konnten, weil sie nicht über genügend Erfahrung verfügten, und sich zu sehr auf ihrem Sieg ausruhten. Des Weiteren verfügten die Adligen natürlich über weitaus größere finanzielle Mittel und hatten sowohl die Armee als auch die Verwaltung in der Hand.
Eine andere Variante wären die Differenzen zwischen den Revolutionierenden. Die Frankfurter Nationalversammlung war (nicht durch offizielle Parteienbildung sondern durch gegenseitiges sympathisieren) in sechs große Gruppen gespalten: Ãußerste Linke, gemäßigte Linke, liberale Linke, liberale Mitte, liberale Rechte und konservative Rechte. Ãber Fragen wie das Wahlrecht (allgemein oder Wahlzensus) und die Regierungsform (Republik, Wahlkaisertum, Erbkaisertum) wurde oft und viel diskutiert und es konnten nur Kompromisse entstehen.
In Frankreich ließ sich ein ähnlicher Verlauf beobachten. Die Bürgerlichen hatten bei den Wahlen eine deutliche Mehrheit auf ihrer Seite. Aus der neu entstandenen demokratischen Regierung wurde bald aus Angst vor der "roten Gefahr" (Sozialismus) und vor dem Verlust ihres Eigentums ein autoritäres Regime, das keine Skrupel hatte, in einem Arbeiteraufstand mehrere Tausend Aufständische zu töten.