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— Fotos hochgeladen —

So, wie ihr in den unten aktualisierten Beiträgen seht, habe ich jetzt ein paar Fotos hochladen können. Da nicht alles in den Blog passt, ist das natürlich nur eine Auswahl. Wer noch mehr sehen will – die habe ich jetzt mal bei Rapidshare hochgeladen, da dürft ihr sie euch gerne runterladen – am besten baldmöglichst, denn die werden dort nach einem gewissen Zeitraum gelöscht. (Wäre ganz cool wenn sie jemand auch gleich für mich mit abspeichert und entsprechend irgendwo aufbewahrt 😉 )
Hier findet ihr sie:
http://rapidshare.com/files/411503529/AQP.rar
beste Grüsse aus Arequipa, Jesko

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Betten machen und über Frauen reden in Arequipa

Eines vorweg: es ist nicht kalt in Arequipa. Nur früh morgens von 5 bis 8 ist es etwas kühl, der Rest des Tages war T-Shirt-Time. Woher ich das weiss? – weil ich heute früh aufgestanden bin. Man höre und staune. Hatte aber ja auch viel vor: ich habe mir jetzt endlich ein Handy gekauft (was länger dauert als man denken wuerde), schön günstig auswärts gegessen (ein Mittagsmenue für S/ 8), das Monasterio de Santa Catalina besucht (ein wirklich beeindruckend schönes Kloster mitten in der Innenstadt, wo sich sozusagen eine pastellfarbene, ruhige, mediterran angehauchte Stadt inmitten Arequipas findet, versteckt hinter den hohen Klostermauern), die gigantische Kathedrale an der Plaza de Armas bestaunt (und selbige natürlich ebenfalls… der wahrscheinlich schönste Waffenplatz Perus 😉 – Fotos siehe unten), das in Eis mumifizierte Inkamädchen Juana im Museum gesehen und (nachdem ich das per Telefon jetzt absprechen konnte) mich mit einer Couchsurferin aus Arequipa getroffen. Das mit dem Kaffee-trinken-gehen wurde allerdings nichts – ca. 15 Minuten bevor wir uns wie verabredet trafen, fiel ihr ein, dass sie heute noch Uni hat… Würde wie ne schlechte Ausrede klingen, wenn wir uns nicht beim kurzen Treffen dann für morgen zum Frühstück verabredet hätten 😉
Das Hostal wo ich bin ist übrigens wirklich angenehm – vor allem die ca. 60-jährige Besitzerin ist sehr gesprächig und locker drauf. Als ich grade eben wiederkam und ein paar Worte mit ihr wechselte, bat sie mich, ihr schnell beim Neubeziehen des Hochbettes zu helfen, dass sie für ein paar Neuankömmlinge fertig machte, und an welches sie aufgrund ihrer geringen Grösse nicht so recht drankam. So fand ich mich denn, wo ich schon mal dabei war, beim Bettenmachen und über Frauen reden mit der Hostalbesitzerin wieder. Fragt nicht wie wir auf das Thema kamen.

Unterdessen habe ich meinen Reiseplan so geändert, dass ich am Sonntag erst nach Puno an den Titicacasee fahre, weil das näher an Arequipa ist, um dann von dort aus Richtung Cusco zu fahren. Der Zeitplan ist leider eng, da ich ja am Montag den 16. zurück in Lima sein muss. Die Zeit hier in Arequipa will ich mir aber trotzdem nehmen und den Tag hier morgen entspannt geniessen, denn die Stadt gefällt mir immer mehr. Kann die Universidad San Marcos nicht einfach in Arequipa sein? Blauer Himmel, entspannte Leute, nicht ganz so überfüllte Strassen… und zumindest demzufolge, was ich im Juanita-Museum gesehen habe, offenbar ein Paradies für Archäologen – wenn das kein Grund für mich ist, hier zu bleiben! 😉

Kathedrale am Plaza de las ArmasPlaza de las Armas bei NachtPlaza de las Armas bei TagMonasterio de Santa CatalinaMonasterio de Santa Catalina 2

6.8., Arequipa

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Verloren in Nicaragua / 170 km bis Arequipa

Verloren in Nicaragua
Spontan wie ich bin, habe ich mich heute kurzerhand nach Nicaragua begeben, um schon mal zu sehen, was mich so erwartet. Nicaragua, direkt nebenan zu Costa Rica, liegt nicht wie erwartet nahe der Pacifico, sondern bei San Felipe. So, verwirrt? Gut, das war ich auch, wenn auch auf andere Weise. Ich rede natürlich von Strassen, bzw. im Fall der „Pacifico“ von einer (privaten) Uni. Und die Nicaragua… nun ja, die gibt es laut meiner Karte zwei Mal. Leider habe ich erst nur die eine gesehen, die mittlerweile anders heisst, und deshalb wie blöde gesucht und telefoniert, bis ich die andere, kleinere Nicaragua in der Nähe der Avenida San Felipe gefunden habe. Der Grund dieses komplizierten Ausflugs war meine zukünftige Unterkunft: da meine bisherige in Pueblo Libre zwar durchaus echt in Ordnung, aber leider zu teuer ist, habe ich mir in einem Hochhaus Potentielle Unterkunft in Jesus Maria(ja, Flo, in einem Hochhaus… ich…) in San Felipe (in Jesus Maria, nahe des Viertels San Isidro wenn ihrs genau wissen wollt) die Wohnung von Angela angesehen. Angela, die in Lima Gastronomie studiert, wohnt hier die Woche über, finanziert von ihrer Tante, und verbringt das Wochenende anscheinend meist bei ihren Eltern ausserhalb der Stadt. Und sie sucht eiunen Mitbewohner für das leere Zimmer in diesem Appartment – klingt ungerwöhnlich für eine Peruanerin? Stimmt – aber sie hat ja auch eine Zeit lang in Barcelona studiert, das hat wahrscheinlich seinen Einfluss hinterlassen. Alles in allem spricht wenig dagegen: es ist (ein gutes Stück) billiger, genauso sicher und gut gelegen, und ich hätte eine etwa gleichaltrige Mitbewohnerin. Nachteil: es ist ein Stückchen weiter von der Uni entfernt (allerdings nicht so weit wie befürchtet) und es ist eben ein Hochhaus ;). Könnte aber schlimmer sein… Nun ja, jetzt warte ich noch ein weiteres Angebot ab, das ich leider nicht mehr ansehen konnte vor meiner Abreise, und dann mal sehen wo man mich im September findet.
Miraflores Meerblick1
Ansonsten habe ich den Tag genutzt und kurz mal in Miraflores vorbeigeschaut – und das Meer gesehen! Beeindruckend – man sieht kaum den Unterschied zwischen Himmel und Meer. Da wird man mich sicher noch öfters sehen.Miraflores Meerblick2
Und um den Tag zu perfektionieren: für etwa 2 Stunden war zeitweise ein kleines bisschen Blau am Himmel zu sehen…
Pues, jetzt sitze ich im Bus nach Arequipa und die beiden Kinder von Juan, einem Kerl mit dem ich mich an der Gepäckabgabe unterhalten habe, probieren aus, wie weit man die Sitze vor meinen Knien nach hinten stellen kann. Juan sagt ihnen gerade, sie sollen aufhören, weil „el joven“ gerade am schreiben ist… sein Machtwort hält nur für kurze Zeit an. Ich hoffe sie schlafen bald ein, damit ich die kommenden Stunden im Bus überleben werde 😉 Und morgen dann: Arequipa!

4.8., Ormeño-Bus Lima-Arequipa

170 km bis Arequipa
Der alte Bus, dessen Lüftung schon lange nicht mehr zu funktionieren scheint, kämpft sich einen weiteren Berg durch die Wüste hoch. 170 km bis Arequipa, sagt ein Schild an der Seite des Weges. Immer noch. Das letzte Schild um 13:15 zeigte 174 km. Jetzt ist es 14:35. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie sich vermessen oder wir uns verfahren haben. Ormeño ist schon eine tolle Buslinie.
Seit 17 Stunden sitze ich jetzt im Bus. Die beiden Kinder George und Milagros sind eigentlich ganz nett, 8 und 10 Jahre alt, fragen mich immer mal wieder aus oder beobachten mich beim Schlafen. Zur Mittagspause haben mich Juan und seine Frau zum mitgebrachten Essen und einen Anismate eingeladen und mich bereits im Voraus zu einer richtigen warmen Mahlzeit eingeladen, wenn sie wieder zurück in Lima sind (Telefonnummern sind inzwischen auch ausgetauscht) – jetzt fahren sie erstmal zum Familienbesuch nach Juliaca.
Nachdem wir uns in der Nacht gut mit Jacken einwickeln mussten, knallt jetzt die Wüstensonne auf unseren Bus und lässt mich an die deutsche Sommerhitze denken die ich noch vor weniger als einer Woche erlebt habe. Der gelbe Wüstensand zieht sich endlos an der Pazifikküste entlang, zerklüftete Felsen lösen Sanddünen ab. Wüste bei NazcaHin und wieder ein paar Baracken im Nirgendwo, hier und da ein kleines Dorf mit fünf Häusern, einem Restaurant und dem Schild „Zona Urbana“, alle paar Stunden ein grösserer Ort, bei dem fliegende Händler in den Bus steigen und Drinks, Knabberzeug und Medizin verkaufen.
Grüne WüsteAm beeindruckendsten jedoch der Ausblick, wenn wir hinter einem Berg hervorkommen und in ein Tal blicken, welches von einem winzigen Fluss durchquert wird – welcher wiederum das ganze Tal begrünt, so dass man grüne Wiesen, Anbaufelder und kleine Hütten inmitten der Wüstenberge ausmachen kann.
Wenn es nicht so warm wäre, könnte man das viel besser geniessen. Da soll noch wer was vom Kältechaos im Sueden reden – von wegen. Ob ich mich in Arequipa über die Kälte nach dieser Wüstentour freuen werde? Ob ich ein Recht habe, mich über die 18 Stunden zu beschweren, während die Bewohner hier in diesen Temperaturen ständig leben? Wie lange wir wohl noch für die verbleibenden 170 KM brauchen werden? Und ob George und Milagros es in der Zwischenzeit überdrüssig werden, mich an den Füssen kitzeln zu wollen? Fragen über Fragen… ich hoffe zumindest, die letzte beantwortet sich bald.

5.8., Ormeñobus Lima-Arequipa

Anmerkung
So, jetzt sitze ich in einem Internetcafe in Arequipa. Wir haben insgesamt sage und schreibe 20 Stunden gebraucht. (Also insgesamt, nicht für die letzten 170 km 😉 ). Juan, George, Milagros y yo
Nach der Fahrt sehr herzlich von Juans Familie verabschiedet worden und wie oben erwähnt Nummern ausgetauscht, ein Verwandter hat mich dann noch mit dem Auto bis in die Strasse Zela gebracht, wo ich in das Hostal eingecheckt habe, das Nicolas (siehe letzter Beitrag) mir empfohlen hat. Mehr dazu später, jetzt fordert erst mal mein Magen sein Recht ein.

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Ein Tag Verkehr

Ich will gar nicht wissen, wie viel Zeit ich heute in motorbetriebenen Fahrzeugen verbracht habe – und das keineswegs, weil ich faul wäre und wenig gelaufen bin…
Nachdeem ich heute früh im Internetcafe meinen letzten Eintrag geschrieben habe, machte ich mich erneut auf den Weg zur Uni, wo ich Veronica das gewünschte Foto brachte – und feststellte, dass ich noch ein zweites brauchte. Ausserdem benötigte sie eine Kopie meines Visums. Weiss ich ja shconmal, wo ich morgen früh wieder sein werde. Im Einkaufszentrum San Miguel holte ich mir dann eine Simkarte von „Claro“ und eine Aufladekarte für S/ 10. Jetzt fehlt nur noch ein Handy. Wenn ich eins aufgetrieben habe, gebe ich euch auf Anfrage auch gern die Nummer, falls ihr mich mal auf diesem Weg erreichen wollt. 😉
Nach dem Mittagessen, während welchem ich mich mit Rossanas Schwester unterhielt (eine sehr gebildete Frau, mit der man gut über Weltpolitik reden kann, die aber z.Zt. arbeitslos ist und deshalb jede Menge Zeit hat…), nahm selbige mich mit dem Auto mit auf den 2. Teil meiner Erledigungen. Zuerst wollte ich mir einen neuen, funktionierenden Konverter besorgen. Nun ja, um die lange Story kurz zu machen: Peru hat nicht wie die USA 110 V, sondern 220 V – wie Europa. Ein Konverter ist damit nicht nur unnötig, sondern sollte gar nicht erst angeschlossen werden. Logisch. Wenn man das weiss. Naja. Und der Stecker – wer genau auf das Bild im letzten Beitrag sieht, wird feststellen, dass da auch so nette kleine Rundungen sind. Ja genau. Ich kann meinen ganz normalen europäischen Stecker einfach da rein stecken. Simple as that. Für die Dosen, die diesen runden Teil nicht haben, hab ich mir für S/ 2 einen einfachen Umstecker geholt. Pro: ich brauch den Konverter nicht mit auf Reisen nehmen. Contra: Ich habe ihn mir umsonst in Dtl. geholt. Ich hoffe wenigstens, dass damit die Problematik abgeschlossen ist.
Anschliessend liess ich mir beim Notar für S/ 4 eine Passkopie beglaubigen, damit ich diesen nicht immer mitnehmen muss, machte Fotos und die Visumskopie und …. tadadada! …. (nach nochmal gut 40 Minuten Busfahrt) kaufte mit das Busticket nach Arequipa für S/ 55 bei der Gesellschaft Ormeño. Der Bus den ich jetzt nehme, hat zwar keine Betten, sondern nur normale Sitze, ist dafür aber S/ 50 billiger (!) und fährt um 9:00 abends statt um 9:00 morgens los. Und die Zeit brauche ich hier schliesslich noch für die restlichen Erledigungen.
– Hört sich nicht nach sooo viel an. Bezieht man aber die Entfernungen und die Busfahrten mit ein, ist der Tag schon wieder vorbei. Wirklich was gesehen von Lima habe ich bisher also noch nicht – dafür habe ich aber ja noch drei Monate Zeit. Und brauch mir dann immerhin nicht mehr beizubringen, wie man Bus fährt. 😉

Im Gespräch mit Rossanas Schwester stellte ich etwas Beeindruckendes fest: der Himmel ist hier in Lima tatsächlich immer zugezogen und grau bewölkt. Natürlich auch nachts. Sie hat mit 20 Jahren das erste Mal einen Sternenhimmel gesehen, als sie zum ersten Mal aus Lima hinauskam.

Wenn ihr Zeit und Lust habt, könnt ihr mir ja ein Foto von euch vor eurem Lieblings-Sternenhimmel schicken, damit ich das auch mal wieder sehe 😉

3.8., Lima

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Der Archäologe in mir

Der Himmel ist grau – du bist grade aufgewacht
Du weisst nicht genau – was man bei so ´nem Wetter nur macht
Doch du hast dieses Gefühl – bloss weils nicht regnet gilt das hier schon als prima
Denn es ist heute „nur“ kühl – der Himmel grau: willkommen in Lima!

Herzlich Willkommen in Lima: der Himmel ist grau. Und der Blick aus meinem Zimmer entsprechend tris – aber darauf war ich ja vorbereitet. Nachdem ich das ehrlicherweise nicht wirklich umwerfende Frühstück verzehrt habe, fängt um 9:00 mein Tag an (und das trotz Jetlag!). Rossna, die das Studentenhaus führt, in dem ich derzeit untergekommen bin, hat sich wie versprochen den halben Tag frei genmmen, um mir den Weg zur Uni etc. zu zeigen.
CollectivosAb der Straße „Bolivar“ nehmen wir dann auch den Bus – aber lasst euch nicht vom Begriff täuschen: das hat nichts mit unseren Bussn zu tun. Wir warten einfach an einer recht bliebigen Straßenecke und achten auf die bunten Minibusse, die auf uns zukommen. Sobald wir einen sehen, der auf der Seite bei seinen „Stationen“ die Straße „Universitaria“ stehen hat, heben wir die Hand und springen auf den wenige Sekunden haltenden „collectivo“ auf. Egal wie weit man mitfährt, zahlt man in der Regel S/ 1 (S/ = Nuevos Soles, 1? = ca. 3,5 S/ ), und wenn man wieder rauswill, spricht man den „Schaffner“ an, wenn er nicht gerade aus dem Fenster die kommenden Straßen schreit um Kundschaft zu werben. Wenn alles klappt, springt man wie wir bispielsweise 15 Minuten später an der Puerta Prinicap der Universidad Nacional de San Marcos ab. Praktischerweise befindet sich das Gebäude der Ciencias Sociales nur wenige hundert Meter vom Haupteingang entfernt, und so schauen wir erst mal dort vorbei. nach mehrerem Durchfragen landen wir bei Sr. Luna, der theoretisch für Angelegenheiten wie mich (an dieser Fakultät) zuständig ist. Theoretisch. Praktisch gesehen hat er aber erst am Mittwoch Zeit und meint außerdem, ich müsse erst zum Büro für internationale Angelegenheiten. Gut, dass wir da eh noch hinwollten.
Mit dem auch „burro“ genannten uniinternen Bus (mit tatsächlichen Haltestellen) kommen wir zur Seda Central, wo sich neben anderen Verwaltungsbüros auch das meiner Austauschverantwortlichen Sra Veronica Roldán-Flores befindet. Natürlich ist diese jedooch noch bis morgen in Urlaub. Ein ntter Herr, dessen Namen ich wieder vergessen habe, vertritt sie aber und erklärt mir u.a., dass mein „Tutor“ Dr. Hernán Amat Olazaval sein wird. Ich werde stutzig als ich feststelle, dass Olazaval Professor für Archäologie ist. Naja was solls, Archäologie und Soziologie – alles das Gleiche! Und überhaupt ist er ja nur der Tutor, und die beiden bereiche sind ja auch an der gleichen Fakultät angesiedelt. Macht ja alles nichts. Nur, dass sich hrausstellt, dass ich ich tatsächlich für die Archäologie eingschrieben worden bin. Was mein hallesches Prüfungsamt wohl davon halten würde? Wie auch immer, das Ganze liegt offenbar daran, dass ich in minem Motivationsschreiben mein Interesse für präkolumbianische Hochkulturen erwähnt habe. Und das ist natürlich Archäologie.
Inka-Cola!Dass das mein Privatinteresse und lediglich Grund für die Wahl Perus als Aufenthaltsort war; und dass ich bereits drei soziologische Veranstaltungen ausgewählt habe, die ich hier studieren will, ist wohl irgendwie untergegangen. Mal sehen, ob sich das klären lässt, wenn Veronica wieder da ist, oder ob ich von jetzt an Archäologe bin… Eine Steckdose und ein Konverterstecker... kleine Differenzen?

Im weiteren Verlauf des Tages kaufe und trinke ich außerdem meine erste Inka-Cola (schmeckt wie gelber Gummibärchen-HubbaBubba und hat wahrscheinlich nichts außer dem Namen mit den Inka zu tun) und unterhalte mich mit Nikolas; einem Franzosen, der auch hier wohnt und mir ein paar hilfreiche Tipps für meinen kommenden Trip geben kann, da er selbst gerade in Cusco und Arequipa war.

Ach übrigens, habt ihr euch schon mal gefragt, wie sich ein Stromknverter anhört, der in die falsche Steckdose gesteckt wird? Okay, ich eigentlich auch nicht. Jetzt weiß ich es trotzdem: P'(u)fffffffff. Zur Erklärung, siehe das Bild. eigentlich recht offensichtlich, dass das nicht passt. Nicht für mich. Immerhin ist das Gerät laut Verkäufer ein Konverter für US-Steckdosen, und diese sind laut diversen Bekannten und Perureisenden die gleichen wie in Peru. Also Abdeckung der Steckdose abgenommen, und siehe da, der runde Stutzen steckt dann einfach im Leeren neben der Dose. Surrt nur komisch und wenige Sekunden nach Einstecken des Laptop-Ladekabels in den Konverter: P'(u)fffffffff. Naja, das Netbook hat sowieso gerade ständig ’nen Whitescreen, so dass ich ihn dauernt neustarten muss. Schadet also kaum, und dann hab ich eben auf meinem Arequipa-Cusco-Trip weniger Gepäck ;). Doof nur, dass meine Kamerabatterien irgendwann aufgeladen werden wollen. Bis dahin muss ich mir wohl eine Notlösung einfallen lassen.

In der Zwischenzeit habe ich mir schonmal die verschiedenen Busgesellschaften angesehen, die nach Arequipa fahren, und nebenbei ein bisschen von Lima Centro gesehen… und bin froh, stattdessen in einer ruhigen Nachbarschaft in Pueblo Libre untergekommen zu sein, die nicht laut ist, stinkt, uind so viel befahren ist, dass man beim Strasse überqueren an St. Petersburg denken muss.

2.8.2010, Lima

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Sind Sie Herr Habert nach Caracas? Wo waren Sie denn so lang?

…sagt die Lufthansa-Stewardess am Eingang zum Gate 26, von dem mein Flug nach Caracas um 11:25 abfliegt. Meine Uhr zeigt 11:26. Aber die geht ja auch immer ganze vier Minuten vor.
Wo war ich denn so lang? Nun ja, ich musste erst meine Bestimmung finden und mit dem Hispanistik-Studium beginnen um mich fuer ein Auslandssemester in Peru zu entscheiden, das dann von langer Hand planen und schliesslich Halle hinter mir lassen, bevor ich diesen Flug antreten konnte. Lateinamerika hat schon auf mich gewartet.
Die Stewardess meinte aber sicher eher die Maschine, die „auf mich gewartet“ habe. Okay, das ist etwas schneller zu erklären: ich habe mich in vorauseilendem Gehorsam wohl schon an lateinamerikanische Zeitverhältnisse angepasst. Und ihr wisst, wie lange Familienabschiede dauern können. Und nachdem ich mich von ihnen und Torben verabschiedet hatte, musste ich auch noch durch die lange Schlange zum Gepäckcheck und durch die Passkontrolle, und dann noch den langen Weg zum Gate runter. Und vorher natürlich lange anstehen, um mein Gepäck aufzugeben. Habe also genug Ausreden. Ausserdem wollte ich nicht früher aufstehen. Und der eigentliche Start liess ohnehin bis 11:48 auf sich warten. Was stellt ihr euch eigentlich so an?
Jetzt bin ich jedenfalls in der Luft, unterwegs nach Caracas, wo ich dann in den Flieger nach Lima umsteigen werde. Aufgeregt? Schon. Müde? Immer. Gespannt? Natürlich!
Mein Reisetagebuch ist offiyiell eingeweiht, Deutschland liegt hinter mir und acht Monate Neues vor mir. Wir sehen uns in Ecuador, Panama oder im April wieder in Deutschland – wir hören uns irgendwann – wir schreiben uns bald!

1.8.2010, Lufthansaflug Frankfurt-Caracas.

Ich bin jetzt raus, fühl das Fernreise-Enzym
Lass den Artikel weg und verzichte auf mein Synonym
Sag nicht „derjesko unterwegs“, sondern „ich bin am reisen“
Lass die Gedanken von nun an um die halbe Welt reisen!

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Countdown zum neuen Leben / Flashbacks

14 Tage. Der Countdown läuft. In zwei Wochen werde ich im Flieger von Frankfurt am Main nach Lima sitzen und mein derzeitiges Leben in Halle hinter mir lassen. 
Während ich mittlerweile meine Unterkunft für den ersten Monat klargemacht habe (Adresse für Post geb ich euch auf Anfrage) und das Bafoegamt drängele, verlassen immer mehr Freunde die Stadt für die Semesterferien und sehen mich damit zum letzten Mal für recht lange Zeit. Lange Verabschiedungsumarmungen, Zigarre rauchen mit Flo an der Fontaine, mit Torben in der Sonne chillen… In solchen Flashbacks merke ich was mir fehlen wird. Auch wenn ich mich auf das neue Leben freue und irgendwie loslassen werde, bleibe ich ja schließlich in Kontakt – was einem einmal wichtig ist, vergisst man ja auch nicht so schnell. Und deshalb freue ich mich auf das was bleibt, wenn ich zurückkomme und gleichzeitig auf das, was ich hinzugewinne – was immer das auch sein wird. 
Meine Güte klingt das schon wieder nachdenklich-melancholisch. Ist aber gar nicht so gemeint: ich bin echt gespannt auf das, was auf mich zukommt! Meine Zwischenmiete kriege ich auch noch organisiert und mein Koffer ist im Geiste schon gepackt. Die Temperaturen gleichen sich schon ein bisschen dem peruanischen Niveau an und so langsam wird auch mir bewusst, dass die Zeit mal wieder schneller vergeht als gedacht. 14 Tage. Der Countdown läuft.  

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Fuck Yeah Se Van

Es ist Sommer, die Temperaturen bleiben bis spät in die Nacht schweißtreibend und der Tag meiner Abfahrt ins verregnete Lima rückt näher. So nah, dass ich diesen Samstag bereits meine Abschiedsparty hier in Halle steigen ließ – genaugenommen „wir“, denn ich feierte mit meinem besten Freund Torben zusammen, den es für den gleichen Zeitraum nach Havanna verschlagen wird.
Fuck Yeah Se Van Fuck Yeah, Se Van… (frei übersetzt „Verdammt nochmal, sie gehen fort“, nur viel zu lang und längst nicht so cool), war dann auch das Motto, und jeder der Eingeladenenbeschrieb auf einer entsprechend präparierten Karte, was er/sie jetzt endlich wieder/nicht mehr/immer noch machen kann/will/wird, wo wir zwei weg sind. „Lange Männergespräche„, „Disney Musik hören und Disko Pogen„, „auf Jeskos Bett hüpfen„, „extra Spanisch lernen„, „Dienstags wieder früh ins Bett kommen“ (in einigen Variationen) und einiges mehr fanden sich in unserer „Fuck Yeah- Se Van„-Box ein. Mit einem wahnsinnig tollen Verabschiedungsfilm von unseren Freunden chillten wir gemütlich auf der Peißnitz-Wiese bei diversen Flaschen Bier und „Disko Cola“ und die vorzeitige Sehnsucht nach den zurückbleibenden Freunden zeigte ihre ersten Zeichen. Es war eine wirklich schöne Feier, danke an alle, die da waren!

Unterdessen streiche ich immer mehr Punkte auf meiner „Peru to do“-Liste ab, es verbleiben derzeit nur die Zwischenmiete und die Gelbfieberimpfung und eine Hostel-Reservierung für die ersten Nächte. Die Universidad San Marcos hat inzwischen die benötigten Formulare zurückgeschickt und so konnte ich meine Semester-Beurlaubung und den vollständigen Bafög-Antrag einreichen – bei letzterem warte ich allerdings noch auf eine Antwort vom Amt, da die Mailbox meiner zuständigen Beauftragten voll ist. Diesmal liegt es also nicht an der lateinamerikanischen Mentalität. Es sei denn, die besagte Frau hat einen lateinamerikanischen Migrationshintergrund.
Auch meine eigene Reiseplanung verfestigt sich inzwischen. Nach vielen Stunden Schmökerns im „Lonely Planet“ und Absprachen mit meiner Schwester sieht der „Plan“ nun folgendermaßen aus:

  • August bis Mitte Dezember: Peru. Während der Vorlesungszeit werde ich natürlich den größten Teil der Zeit in Lima verbringen, die Veranstaltungen besuchen und so viel wie möglich vom Leben der limeños mitbekommen. Zwischenzeitlich werde ich für verschieden lange Ausflüge nach Iquitos reisen (einer Stadt im peruanischen Amazonas, die nur per Luft und Wasser erreichbar ist) sowie nach Arequipa (der „weißen Stadt“), Cusco (der alten Inka-Hauptstadt), Puno und zum Titicacasee (und vielleicht von da aus für einen Ausflug nach La Paz) und natürlich Macchu Picchu, der meistbesuchtesten Ausgrabungsstätte Lateinamerikas, die auf keiner Reiseplanung eines Perureisenden fehlen darf.
  • Mitte Dezember bis Anfang Februar: Ecuador. Im Anschluss an die Vorlesungszeit (und damit auch über die Weihnachtsfeiertage) werde ich von Lima aus nach Ecuador reisen. Wo und wie genau das sein wird, ergibt sich dann noch im Laufe der Zeit. Ich versuche auf jeden Fall meine connections spielen zu lassen, und ein paar Freunde von Freunden kennenzulernen. Je nachdem wie ich vorwärtskomme, werde ich in diesem Zeitraum auch noch ein wenig von Kolumbien sehen.
  • Anfang Februar werde ich dann in Panama sein, wo ich meine große Schwester in Panama-Stadt vom Flughafen aufsammeln werde. Zusammen werden wir dann besonders viel Zeit in Panama verbringen und unter anderem den dortigen Karneval mit erleben.
  • Bis Anfang März werden wir irgendwie bis San José in Costa Rica gereist sein, von wo meine Schwester dann wieder gen Heimat fliegt. Vorher bleibt sie aber freundlicherweise noch an meinem Geburtstag da und wird sicher auch noch einiges von Costa Rica miterleben.
  • Den Rest des Monats werde ich dann wieder alleine reisen, wobei ich entweder in Costa Rica bleibe, oder aber nach Nicaragua weiterreise – das muss ich spätestens im Januar entscheiden, wenn ich meinen Rückflug umbuche. Der wird mich dann entsprechend entweder von San José oder von Managua aus gegen Ende des Monats zurück nach Frankfurt bringen.

Soweit die Überlegungen – wie gesagt, alles weitere wird sich dann während der Reise ergeben. In der Zwischenzeit bleibe ich in einem merkwürdigen Gefühlschaos zwischen Vorfreude und die Wehmut nach dieser Stadt und all den Leuten hier, die mir ans Herz gewachsen sind. Will einerseits loslassen, mich frei und offen machen für all das Neue, und doch gleichzeitig einen Teil des Alten beibehalten – denn auch wenn ich in manchen Momenten scheine, als würde mir so ein Schritt so einfach fallen: in diesen anderen Momenten merke ich, dass es das eben nicht ist. Wenn ich am Hufeisensee sitze und der untergehenden Sonne zusehe und an die vergangene Zeit denke. Denn eins ist klar: ich werde mich verändern, und mit mir wahrscheinlich auch ein Teil der Beziehungen zu der ein oder anderen Person. Und ich kann nur hoffen, dass das, was wichtig ist, sich mit mir verändert.

 

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    Ich blicke auf Gesichter doch sehe sie nicht

    Die Gesichter sind dort und ich blicke hinab, doch ich sehe sie nicht. Keinen Ausdruck, keinen Sinn, keine Augen. Ich höre sie nur, und ich sehe das Ergebnis, ganz zum Schluss, wenn der Abend gelaufen ist.
    Letzte Woche in Jena, Freitag in Leipzig, gestern in Magdeburg – und heute Abend in Halle: jeder Poetry Slam ist ein neuer Sprung: auf die Bühne, ins Scheinwerferlicht das die Masse der Zuschauer unkenntlich werden lässt. Jeder neue Text eine Herausforderung, jeder neue Slam eine Überraschung, jedes neue Publikum eine andere Reaktion. Jede Stadt anders. Während ich in den letzten Tagen mehr Zeit in Zügen verbracht habe als in meiner Küche merke ich wie sehr ich das vermissen werde wenn ich in Peru bin.
    Mittlerweile treffe ich auf den meisten Poetry Slams bekannte Gesichter, und wir sind vertraut geworden – ich und das Mikrophon. Und mit jedem Text reise ich wieder in eine andere Richtung.Apropos reisen: das mache ich nebenbei natürlich auch im ganz banalen Sinn: gestern habe ich das erste Mal Magdeburg von innen gesehen, und war positiv überrascht. Als Hallenser hört man ja nicht viel Gutes über die sachsen-anhaltinische Konkurrenzstadt. Ich bleibe natürlich trotzdem lieber hier, allein wegen dem Poetry Slam, aber zu verachten ist die Stadt auf jeden Fall nicht.

    Blick von der BühneHeute Abend gibt es dann das Heimspiel in Halle zur Poetry Slam-Stadtmeisterschaft. Hier kenne ich das Publikum, die Location (die ich nach diversen anderen Slams jetzt umso mehr zu schätzen weiß), die Moderation (auf die das genauso zutrifft) und die Stimmung. Und doch wird wieder alles anders, mit einem neuen Text und dem Gedanken im Kopf, dass es um die hallesche Meisterschaft geht. Denn irgendwie ist immer alles anders. Texte kommen und gehen in meinem Hirn wie Menschen in mein Leben, und so mancher Lieblingstext wird zu einem unter vielen, wenn er einfach nicht so ankommt, wie man es erwartet hat: ich bin gespannt wie es weitergeht, denn eins ist sicher: die Leidenschaft bleibt.

     

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    Rendezvous mit der weißen Wand

    Vor mir steht eine weiße Wand, dicht und für das Auge nur hin und wieder durchdringbar. Keine hundert Meter vor mir verschwimmen Wiese, Tal und Seilbahn im weißen Nebel. Ich warte schon zu lange, bin schon viel zu weit von der Bergstation heruntergelaufen, also nutze ich die kleine Lücke und ziehe den Schirm auf, der sich, blau und gelb, über meinem Kopf aufspannt. Ein paar Schritte mehr im Startlauf als gewollt, und ich verschwinde in der Luft des weißen Dunstes. Das Rendezvouz währt etwa 2 Minuten – 2 Minuten in denen ich nur weiß sehe. Vor mir weiß, links und rechts von mir weiß, unter mir weiß; durchzogen nur von dem dünnen Streifen des Bergpfades. 
    Der kurze Abgleiter vom Kössener Unterberg ist genaugenommen ziemlich langweilig, nachdem ich die Nebeldecke durchstoßen habe. Kein Hangaufwind, niht der geringste Hauch einer Thermik. Definitiv alles in allem kein lohnender Flug, verglichen einerseits mit der teuren Bergauffahrt und andererseits mit den Flügen hier im letzten Jahr. Aus Gleitschirmfliegersicht alles andere als ein erfolgreiches Wochenende. Aber ich habe das Nichts gesehen.

    Erster Flirt mit der weißen WandMein Packsack in freudiger ErregungRendezvouz mit der weißen Wand