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Poesiemusik

Und schon wieder ist das Wochenende nur so vorbeigeflogen… Um euch nicht wieder ewig lang zuzutexten gibts hier nur ein paar Auszüge… okay, um ehrlich zu sein ist einfach nicht so viel passiert.
Am Samstag abend war ich auf einer Feier von Exil-Huancayeños in St. Anita (im Westen der Stadt), bei dem es Cuy für tolle 8 Soles gab – und um einiges besser als das auf der Feria de Comidas am Tag zuvor. Leider war ansonsten nicht ganz so viel los auf der Feier, getanzt wurde zwar natürlich auch, aber es fehlte einfach der jugendliche Anteil (den konnte man an den Händen abzählen), und die Musik war auch nur begrenzt zu geniessen.
Am Sonntag habe ich mich dann endlich mal mit Sergio getroffen, und eine kleine Gitarre-plus-Gedichte Session gemacht. Da er seit 11 Jahren spielt, ist er auch wirklich gut im Improvisieren und wir sassen eine ganze Weile lang im Park und unterlegten meine Texte mit passender Musik. Hat Spass gemacht, vor allem, als ein Passant nach einer Weile zuhörens sich mit uns über die fehlende Kulturinvestition in Pueblo Libre unterhielt (da ich ihn auf die Poesia en el Parque in Miraflores aufmerksam gemacht hatte).
Heute wollte ich eigentlich ins Museo de la Nacion gehen, das staatlich und daher kostenlos und echt riesig ist. Leider stellte ich erst vor Ort fest, dass es Montags geschlossen ist. (Doof von mir, allerdings nicht ganz so doof wie’s in Dtl. wäre, weil hier nicht wie bei euch Montags alle Museen geschlossen sind. Nur eben dieses). Stattdessen gegen Abend noch ein wenig Barranco durchschlendert und festgestellt, dass die Bar, die in meinerm 2007er Lonely Planet mit Dichterlesungen jeden Montag erwähnt ist, nicht mehr zu existieren scheint. Auch doof. 😉
Unterdessen suche ich verzweifelt ein (geöffnetes) Büro von Serpost, um rauszufinden wieviel Post kostet. Wer mir übrigens mal Post nach Jesusmaria schicken will, fragt mich nach der Adresse, ich würd mich freuen 🙂

13.9.2010, Lima

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Excursion, Archäologie,Töpfererotik, Feria, Poesia und der Flying Dog

Excursion, Archäologie und Töpfererotik
Ich befürchtete schon ein Dé-javù erlebnis, als ich gestern abend in der Uni vor der aula 8 stand. Und niemand da war. Und es bei der Parallelveranstaltung des anderen Prof in der aula 25 genauso leer war. Da aber wenig später vor der 8 noch ein paar andere Studenten warteten, blieb auch ich und konnte so eine halbe Stunde später tatsächlich an meiner ersten Stunde Sociologia rural teilnehmen. Erstmals hatte ich eine wirklich interessante Klasse mit bereichernden Erkenntnissen und bin entsprechend wirklich froh, zu dieser Klasse gewechselt zu haben. Ausserdem wird es, um das ganze auch praktisch abzudecken, Mitte Oktober eine gemeinsame Exkursion geben, wo wir dann sozusagen „Clase en el campo“ (auf dem Land) haben 😉 – mehr dazu natürlich, wenn es so weit ist.
Heute wurde ich dann meiner offiziellen Einschreibung gerecht und besuchte das Larco-Archäologiemuseum in der Bolívar (in dem ich bisher immer noch nicht gewesen war, obwohl es um die Ecke meiner ehemaligen Unterkunft liegt). Das Museum ist wirklich faszinierend und gut gemacht, und zeigt vor allem die zahlreichen präinka-Kulturen auf, die man viel zu selten beachtet – angesichts der Tatsache, dass Peru einige tausend Jahre von Nazca, Chancay, Moche, Lima, Paracas und und und bevölkert wurde, während die Inka nur die letzten 150 Jahre eine Rolle spielten.
Erotische Töpferkunst im archäologischen MuseumIn einem Extrabereich (um die Kinder fernzuhalten 😉 ) war „erotische Töpferware“ ausgestellt mit Krügen, auf denen die verschiedensten Sexstellungen als Skulpturen dargestellt sind, und einem Trinkgefäss, dessen Griff der überdimensionierte Penis eines grinsenden Indigeno ist… Sinn für Humor hatten die Moche (von denen dieses Werk stammt) also auch. 🙂

9.9.2010, Lima

Feria, Poesia und der Flying Dog
Manchmal sind die teuren Ereignisse längst nicht so ein tolles Erlebnis wie die kostenlosen – so wie heute. Ich habe mich ehrlich gesagt ein kleines bisschen geärgert, 20 Soles für den Eintritt zu der diese Woche im Parque de la Exposicion stattfindenden Feria de Comida (Essens-Messe) zu bezahlen. Zwar gab es tatsächlich sehr viel beeindruckende Auswahl und ich ass mein erstes Meerschweinchen (eigentlich vom Geschmack her ähnlich wie Hühnchen… ein bisschen wie Lamm vielleicht), aber trotzdem musste man schliesslich noch für alles bezahlen (und das nicht zu wenig, auch wenn es meist von exklusiveren Restaurants war und dafür natürlich wiederum günstig war) und meist auch noch ewig lang Schlange stehen. Hätte man sicher besser organisieren können („man“ ja, Limeño nein ;)), und alles in allem bevorzuge ich dann doch, in einem richtigen Restaurant für den gleichen Preis ein ganzes menü zu bekommen. War trotzdem ganz lustig mit der Gruppe aus Nadja, Benni, Katty, drei mir bis dahin unbekannten Kanadiern, und diversen anderen Austauschstudenten.
Um 6 Uhr musste ich dann schweren Herzens (ja, das war ein bisschen Ironie) das Messegelände verlassen, um rechtzeitig um 7 beim Parque Kennedy zur Poesia en el Parque zu sein – was ich dank chaotischem Verkehr nur ganz knapp schaffte. Nach der Hälfte der Vortragenden war ich dann dran und durfte meinen Text „Ich hasse es“ in deutsch und in der in den letzten tagen übersetzten Version „Yo odio“ präsentieren, was echt gut ankam und richtig Spass gemacht hat. Es waren sogar zwei deutsche Touristen da, die beide Versionen verstanden haben 😉
Der Abend bzw. die Nacht ging dann in der Bar des Backpackerhostels „Flying Dog“ in Miraflores zuende, wo unsere französische Kommilitonin Amandine (die hier immer „Mandarine“ genannt wird, weil sich die Peruaner ihren Namen nicht merken können 😉 ) arbeitet und wir (die Leute die auch bei der Feria waren) bis 2 Uhr sassen, Pisco Sour und Machu Picchu tranken und uns über alles mögliche unterhielten. War auf jeden Fall sehr entspannt und v.a. mit Benni konnte ich mich (auf Spanisch natürlich) echt gut unterhalten.

10.9.2010, Lima

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Wir, Gringos (Reunión cultural)

Für heute war vom Oficina der Internationalen Angelegenheiten eine Reunión angesetzt, bei der die Extranjeros bei einem gemeinsamen Ausflug das Centro Cultural der Universidad San Marcos kennenlernen sollten. Um 9:00 war Treffpunkt an der Seda Central – die Koordinatorin Veronica kam als Vorletzte an. 😉 Von dort aus ging es mit einem der Burro-Unibusse (extra für uns ca. 20 Leute) ins Zentrum zum alten Gebäude der Uni. Zwischen Anfang des 20. Jahrhunders und den 90ern befand sich die gsamte Uni in diesem ehemaligen Jesuitenkloster-gebäude, bevor sie (aus Platzgründen auf den heutigen Campus zog und dort nur das besagte Kulturzentrum zurückblieb. In einer kleinen Führung wurden uns Gelände und Contmporary Art-Ausstellung gezeigt und anschliessend im hauseigenen Restaurant kostenlos gegessen. Am besten war aber die Tatsache, dass wir Internationalen hier erstmals richtig Kontakt aufbauten, Adressen austauschten und nachher noch in einem Cafe weiterplauderten. Der französische „derecho“-Student Baptiste richtet jetzt eine Facebookgruppe für den weiteren Austausch ein, am Wochenende wollen wir u.U. gemeinsam feiern gehen, der süddeutsche Benni wohnt nur wenige cuadras von mir entfernt und will ebenfalls Anfang Oktober aufs Black Eyed Peas Konzert hier in Lima und die mexikanische Anahí lud uns in die 6er WG (mit einigen anderen Internationalen, hab die Namen vergessen) ein, die direkt an der Plaza San Miguel liegt. Auch wenn ich natürlich nicht vorhabe, meine Zeit hier ausschliesslich mit anderen Extranjeros zu verbringen, schadet ein wenig Kontakt zu ihnen ja auch nicht – ich bin gespannt, wer von uns weiterhin miteinander in Kontakt bleibt!

7.9.2010, Lima