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Clase en la Kalle / Paraglide

Classe en la Kalle: Chorillos
Da Montag ja mein freier ag ist, machte ich mich heute in das gut 1 Stunde von mir entfernte Stadtviertel Chorillos auf. Nach der langen Busfahrt in den Süden landete ich irgendwo in einer mittelgrossen Strasse – da meine Stadtkarte südlich von Barranco aufhört, lief ich einfach in die Richtung, in der dem Sonnenstand zufolge die Küste sein müsste. Wie die meisten Viertel reicht das Spektrum hier von abgeschirmtn, eingezäunten Mittelschichtsstrassen bis zu den ärmeren Gegenden, in diesem Hall auf den Hängen der südlich angrenzenden Hügel. Was ich jedoch hauptsächlich sah, ar unerwartet lebendig, voller Busse, Geschäfte und Parks – ich meine, ganz Peru ist natürlich lebendig, aber ich meine im Sinne, in dem Pueblo Libre lebendig ist, nicht wie man es von einem Randviertel erwarten würde… also zumindest was diesen Teil von Chorillos betrifft, schien es um einiges besser als zB Los Olivos o.ä. Als ich schliesslich den Malecon erreichte, der aufgrund von Aufbesserungsarbeiten recht leer und abgesperrt ist, wurde mein langer Weg mit einer fantastischen Aussicht auf die Steilküste Limas im Norden belohnt, die – wie immer – im Nebel und der Entfernung am anderen Ende der Bucht verschwindet. Wenig später spazierte ein mittelalter Herr mit seinem Hund vorbei und wies mich darauf hin, dass ich viell. besser nicht hier sitzen solle, da hier z.Zt. (während der Absperrung des Malecons wo wenig Leute hier sind) öfters “Pirañas” aktiv sind – mehrere Jugendliche, die zusammen einsame Leute ausrauben. Kam mir zwar dort überhaupt nicht gefährlich vor (im Vgl. zu manch anderen Orten in Lima) aber es war auf jeden Fall nett. Wir unterhielten uns ein wenig, er hatte seinerzeit Philosophie an der San Marcos studiert und in Ecuador gelebt, schien interessant. Auf dem Rückweg zeigte er mir sein Klamottengeschäft in der Hauptstrasse, wo gerade sein Arbeitstag anfing und er mir wie hier üblich, mit den Worten “cualquier cosa” (was auch immer los ist) seine Handynummer gab. Am Strand lief ich dann bis Barranco zurück und stellte fest, dass ich in 3 Monaten noch nicht hier am Strand gewesn war. Schon seltsam, da hat man den Pazifik vor der Haustür und war noch nicht einmal drin. Sollte ich noch machen bevor ich hier weg bin.

15.11.10, Lima

Clase en la Kalle: Centro / San Marcos
Es ist eigentlich nicht viel weiter entfernt von meiner Wohnung als die Uni… doch nach fas einer Stunde sass ich immer noch im Bus. Da es ein warmer Tag war gestern kriegte ich langsam zuviel im stickigen Bus und stieg schon in dr Manco Capac aus, obwohl man von dort noch über 10 Blöcke bis zu meinem Ziel läuft – wie fast jedes Mal wenn ich ins Zentrum fahre. Doch auch laufen ist nicht viel angenehmer… zwar angesichts des stehenden Verkehrs schneller, doch auf dr Abancay (der Hauptverkehrsader des historischen Zentrums) kann man nicht gerande entspannt langschlendern… lautes Hupen, viele hetzende Leute, tausend Verkäufr die ihre Ware anpreisen und wer langsam geht fällt gleich als Touri auf – man kommt automatisch ins gleiche Tempo. Als ich auf der Höhe der Plaza de Armas angekommen war, war ich schon bereit für eine Pause. Dort endlich angekommen holte ich dsa nach, wozu ich tozt mehrmaliger Besuche des Zentrums nicht gekommen war: mich einfach mal ein wenig umsehen, diesmal sogar mit Kamera (in Chorillos vergessen) und meine “Clase en la Kalle” machen. Manche Strassen erinnerten mich ein wenig an Halle, mit toprenovierten Häusern neben halben Ruinen, neben glänzenden Fassaden hinter deren Fenstern man in abgerissenes Haus oder den Himmel sieht. Vor allem ist es aber ein riesiger Marktplatz, wo sich Geschäfte für eigentlich alles finden, ganze Strassen voller Grossdruckereien, Büroläden oder sogar Fiseurstühlhändlern (ja wirklich!). An der Promenade (ic weiss nicht ob daneben mal ein Fluss war, ich hab jedenfalls keinen gesehen) kann man sogar ganz nett zwischen Skulpturen und kleinen Ständen entlanglaufen. Nichtsdestotrotz – Leben tuts sich in Jesusmaria doch entspannter 😉
Abends hetzte ich mehr oder weniger rechtzeitig zur Uni zurück wo ich zwei Klassen… nicht hatte. Weil beide Profs mal wieder nicht kamen. Dachte mir “was solls” kann ich mich aufs Refeerat für Mittwoch (heute) vorbereiten. Hatte auch dem Prof extra geschrieben ob die Klasse auch stattfindet, und ne positive Antwort erhalten.
Und wer stand heute ausser Nadja, die mit mir das Referat zusammen hält, vor dem Klassenraum? Ohne Prof…? Er kam auch tatsächlich nicht mehr. Wär ja nur unser Referat gewesen.
Nach einem Mittagessen mit Nadja und Benni kehrte ich zur San Marcos zurück um die Zeit bis zu meiner abendlichen Klasse mit einer weiteren “Clase en la Kalle zu überbrücken: Im “barrio” San Marcos 🙂
Der Unicampus ist natürlich eigentlich kein barrio – könnte aber fast eines sein. Jede Fakultät hat natürlich ihr eigenes grosses Gebäude, umringt von Wegen durch kleine Parks, Lädchen mit Snacks und Getränken, Kopierläden und Cafeterias, hinter der Politikwissenschaft finden sich mehrere Bankfilialen (früher auch mal eine Post, die aber mittlerweile geschlossen ist). In der Mitte des Campus erhebt sich das riesige Uni-Stadium, welches nicht nur für Sportereignisse genutzt wird, sondern immer mal wieder für gigantische Konzerte… im September trat hier Bon Jovie auf, im Oktober Greenday und nächste Woche die Smashing Pumpkins und die Stereophonics… wenn sie keine Absperrungsmassnahmen vornehmen, werden sich die Fakultät de las Letras und der Ciencias Sociales wieder mit Studenten füllen, die so die Eintrittspreise umgehen.
Am anderen Ende des Campus steht die Huaca San Marcus, eine präkolumbianische Pyramide, noch im halbarchäologischen Ausgrabungsstatus. Nach einem 10-Minuten-Aufstieg konnte ich zwischen kleinen Steinmauern umherwandernd über das ganze “Uni-barrio” blicken, bis an die Grenzen aus Containerwänden, die die Uni von den umgebenden Vierteln abgrenzen. Das Gelände ist wirklich unglaublich gross, und sogar einige Häuser der “Vivienda Universitaria” (Uni-Wohnungen für ärmere Studenten) finden sich hier. Man kann also hier wohnen, Geld abheben, (in begrenzter Weise) einkaufen und naja… das mit dem Studieren ist dann noch so ne Frage. Die Klasse am abend fiel nämlich auch aus.

17.11.10, Lima

Paraglide Poesie
Ich glaube, Jesus wollte mich nicht in der Luft sehen. Wie geplant machte ich mich heute Mittag zum Gleitschirm-Startplatz in San Isidro auf. Vorher rief ich noch extra den Piloten Jesus Alberto an, von dem ich die Ausrüstung leihen wollte, um zu checken ob das Wetter fliegbar ist. “Na klaaaar!”… bis 13 Uhr musste ich trotzdem warten bis überhaupt Wind aufkam. Da ich ein bisschen aus der Übung war, übte ich mich erst ein bisschen im Groundhandling, hauptsächlich durch Jesus dazu animiert… nun ja, schaden kanns nicht, dachte ich mir, war dann aber doch ganz froh, als er mich schliesslich fliegen liess. Leider hörte er dann nicht auf, mir über Funk zu erzählen, wo ich wie langfliegen sollte – was ziemlich nervte, da ich mit Fluglizenz schliesslich auch alleine fliegen kann. Leider konnte ich über Funk nicht antworten und ihm selbiges sagen. Dazu kam noch, dass der Idiot nur das eine Gurtzeug mithatte und selbiges für den geplanten Tandemflug mit Benni brauchte. So war mein Flug nach ca. 10 Minuten schon zu Ende. (wollte Benni ja auch nicht noch länger warten lassen).
Beim Landen gab Jesus dann noich so wirre “Anweisungen”, dass sich beim einladen eine meiner Leinen in nem Baum verhing und ich mit dem Schirm nachher nicht mehr fliegen konnte weil das dann docho riskant wäre. Ich geigte ihm ziemlich meine Meinung, denn ich war nicht bereit, 100 Sol für einen 10-Minuten Flug zu bezahlen, während dem ich auch noch von ihm zugequatscht wurde, und die Schuld für die defekte Leine wollte ich auch nicht auf mich nehmen. So kam ich nach einigen Diskussionen zu der für ihn wenig zufriedenstellenden, für mich gerechtfertigten Bezahlung von 10 Sol… basierend auf meiner Rechnung 100 Sol/5 Stunden -> 10 Sol / halbe Stunde… also immer noch mehr als ich eigentlich geflogen war. Naja, hätte natürlich schlechter laufen können, der Flug an sich war ja trotzdem ok, aber so richtig was ich erwartet hatte wars dann doch nicht.
Den Ausgleich gabs dann heute Abend bei Poesia en el Parque, wo mein Text (siehe unten) ausserordentlich gut ankam und so meinen Abend rettete 😉

19.11.10, Lima

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The Real Barranco

Nachdem ich die ganzen letzten Tage an meiner Hausarbeit gesessen habe und an so manchen Dingen fast verzweifelt bin (Bibliothek, Statistikwebseiten von Brasilien und Ecuador…) und heute morgen einem wenig produktiven Besuch bei der brasilianischen Botschaft auf der Suche nach weiteren Informationen, gab ich für den Rest des Tages die Uniarbeit einmal auf und holte endlich nach, was ich schon eine Weile vorhatte: “Clase en la Calle: Barranco Teil II” 😉 – diesmal bei Tag. Mit viel Zeit in der Tasche wich ich auch öfters mal von den grossen bekannten Strassen ab und entdeckte den Teil Barrancos, von dem alle immer reden, den aber offenbar wenige wirklich sehen: die Boheme. Abgefahrene Wandmalereien und Graffities, ruhige Parks, verwinkelte Cafes mit seltsamen Namen…. so hatte ich mir die angebliche Zuflucht der Limeño-Künstler schon eher vorgestellt. Und es gibt auch etwas weniger reiche Häuser und Strassen, was das ganze doch etwas natürlicher macht als z.B. Miraflores. Und doch sind die grossen Verkehrsadern des Barrios mit Bars und Clubs gefüllt, und sogar einen Dönerladen gibt es. Hab mich fast wie zuhause gefühlt.
Nachmittags wurde ich dann leider vom Pech verfolgt: nachdem ich endlich den passenden Vivanda-Supermarkt mit “Mi-Ticket”-Verkaufsstand gefunden hatte, durfte ich feststellen, dass die 90Soles-Ticket für Fatboy Slim schon ausverkauft sind. Bleiben nur noch die VIP-Tickets für 149 Soles… sehr ärgerlich.
Dann durfte ich feststellen, dass die lang erwartete Poesia en el Parque für die ich mich so vorbereitet hatte, heute abend leider ins Wasser fällt, da im ganzen Parque Kennedy eine Feria de Libros (Buchausstellung) mitsamt irgendwelchen Buchvorstellungen und Lesungen ist. Auch sehr ärgerlich, erstmal allen Freunden abgesagt die eigentlich kommen wollten, damit sie nicht umsonst kommen. Noch ärgerlicher: nächste Woche kann ich nicht, weil ich da in La Paz bin…

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Warten auf Wind / La Punta

Geburtstagsfeier, Session und warten auf Wind
Schon den zweiten Tag sitze ich hier an der Steilkueste von Miraflores und warte auf den richtigen Wind. Ich habe mir vorgenommen, wenigstens einmal hier Gleitschirm zu fliegen, aber gestern war der Wind für meine Kenntnisse zu stark, heute ist er (für alle) zu schwach. Sehr schade. Mal schauen ob ich morgen mehr Glück habe. Aber ereignislos war mein Wochenende trotzdem nicht: gestern habe ich mich mal wieder mit Sergio fuer eine sehr produktive Session getroffen, und haben uns vorgenommen, vor Dezember die Sachen noch irgendwo aufzunehmen. Er kennt ein Studio wo man nur 10 Dollar die Stunde zahlt, was ja wirklich geschenkt ist. Mal sehen ob das klappt – vorher wollen wir aber auf jeden Fall noch mal zusammen bei der Poesia en el Parque auftreten.
Gestern abend war ich bei Vilcas eingeladen, da Angela (Kattys Mutter) ihren 50sten Geburtstag hatte, den sie in doch sehr kleinem Kreis feierte (die Familie, ein Onkel und dazugehörige Tante und ich). War ein eher entspannter Abend mit leckerem Essen dem üblichen rumgereichten Bier und einer hervorragenden Torte – diese Möglichkeit muss man also zum “feiern in Peru”-How To noch hinzufuegen 🙂

10.10.10, Lima (hey, nettes Datum)

Clase en la Kalle: La Punta / Callao
Es riecht nach Meer. Möwenkreischen umgibt mich, die Pazifikwellen schlagen knapp über dem Deich aus aufgeschütteten Steinen. Vom mit grünen Wiesen und bunten Häusern und kleinen Villen gesäumten Malecon reicht der Blick über die gekrümmte Bucht bis auf die im Nebel verschwindende Skyline Limas, während zur Westseite die von Seelöwen bevölkerten Inseln um San Lorenzo die Halbinsel vor Trunamiwellen schützen. Mülleimer, Parkbänke und der nächste Sicherheitsmann sind fast überall in Sichtweite, hübsche Kolonialhäuser säumen die Plaza und auch das letzte Callao-Klischee verschwindet. Die Zwillingsschwester Limas, Callao, gilt als besonders gefährlich, hässlich, arm, dreckig, eine urbane Zusammenhäufung von Allen, die es sich nicht leisten können wegzuziehen; eine Stadt die, anders als die barriados jovenes” schon Zeit genug hatte, sich weiterzuenwickeln und es trotzdem nicht getan hat, gemieden von Touristen und umfahren von bessergestellten Limeños…. Von all dem merke ich hier wenig. La Punta, die Halbinsel Callaos hinter dem grössten Hafen des Landes, ist das Barranco Callaos. Nur natürlicher, denn die Municipalidad legt Wert auf den natürlichen Erhalt des barios. Und so finden sich hier nur wenige Touristen, keine Diskos oder schicken Hotels, selbst Kneipen scheinen rar gesät, und einen Supermarkt habe ich auch noch nicht gesehen. ur am Malecon finden sich ein paar Ceviche-Restaurants. All das macht La Punta zu einem der ruhigsten Barrios der Zwillingsstadt, und das erstbeste Adjektiv das einem einfällt ist “tranquilo”. Hier muss es sich schön leben; nur die bei See/Erdbeben entstehenden Tsunamis stören die Ruhe – der letzte war 1994.
Heute morgen bin ich nach Callao aufgebrochen, hauptsächlich um das Fuerte Real Felipe zu besichtigen, eine von den Spaniern gegen Piraten errichtete Festung am Eingang zur erwähnten Halbinsel, direkt beim Hafen, die heute vom peruanischen Militär genutzt wird. Am Eingang wird man von einer Soldain zur Kasse geleitet und von da zur Gruppe, da man ohne Führung die Fortaleza nicht besichtigen darf. Selbige wurde von einer 18-jährigen Miliärdienstleistenden geführt, von der ich erfuhr, das nur ein winziger Teil in der grossen Kaserne heute noch als solche benutzt wird, der Rest ist Museum. Nur knapp über 100 Soldaten sind hier stationiert (meist Rekruten vom 2-jährigen freiwilligen Militärdienst), der Hauptteil des peruanischen Militärs sitzt in einer neuen Kaserne in Rimac. Die Führung ist nett gemacht, besser als manches Museum was ich hier gesehen habe, aber es is natürlich ein Militärmuseum. Die herumstehenden Panzer sollten also nicht irritieren.
Von da aus ging ich aus Neugier weiter die Halbinseln hinauf und fand mich im oben beschriebenen Barrio wieder. Es lohnt wirklich einen Besuch, ich werde sicherlich nochmal irgendwann wiederkommen, da ich bisher noch keine so angenehme Meerpromenade in Lima entdeckt habe.

12.10.10, El Callao

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Barrio Chino / Pachamanca

Clase en la Kalle: Barrio Chino
Gestern war ich zur Abwechslung und weil ich ein paar Dinge auf dem Markt kaufen wollte im Barrio Chino – dem chinesischen Viertel. Das mitten im Stadtzentrum gelegene Barrio, auf dem in mehreren riesigen Markthallen alles von Stoffen über Lebensmittel, Kleidung bis zu Raubkopien feilgeboten wird, hat eine Fussgängerzone, in der selbst die (peruanischen) Bankfilialen auf chinesisch beschriftet sind. Eine Chifa reiht sich an die nächste, Supermärkte verkaufen chinesische Zutaten und das chinesische Eingangstor wurde von der chinesisch-peruanischen Supermarktkette Wong gesponsort. Schon ein wenig seltsam, erinnert irgendwie an Pozuzo bezüglich kultureller Abgrenzung. Da soll noch mal wer sagen, in Deutschland funktioniert die Integration nicht 😀 …Insgesamt schien das Viertel aber nicht so schlecht – natürlich ist es kein Mittelschichts-Jesusmaria, aber es gibt offenbar einige Viertel in Lima, wo die Menschen schlechter leben. Kein Wunder, wenn alle so geschäftstüchtig sind wie all die Chifabetreiber und Markthändler hier im Barrio.

25.9.2010, Lima

Pachamanca
Gestern hatte ich die tolle Gelegenheit, eine weitere Feierlichkeit á la Peru kennenzulernen (gibts demnächst mal wieder ein How To… :D) – der 2. Geburtstag der Tochter Fernanda von Kattys Bruder wurde gefeiert (in San Martin de Porres – Häuser sind besser als in Puente Piedra, die Strassen um einiges schlechter. Schlussfolgerung: Leute wohnen schon länger hier und haben Zeit und Geld gehabt um ihre Häuser auszubaün, die Barrioverwaltung ist aber weniger effektiv, was auch Rückschlusse auf den Umgang mit Kriminalität zulässt…). Da erstmal fast eineinhalb Stunden mit Snacks auf den Bänken am Raumrand gesessen, was hier zur Feier quasi dazugehört, bis der Clown kam und bis um 10 zu einer grauenhaften Mischung aus Tecno, Perreo und Kindermusik die Kids animierte. Der gehört ebenso dazu wie die Kindertorte, von der es aber für jeden nur ein weniziges Scheibchen gab. Weiss de rHimmel was mit dem Rest der Torte passiert.
Heute ging es dann zur Verabschiedung Kattys, die am Montag wieder nach Spanien fährt, zum gemeinsamen Pachamanca-essen mit Familie und Freunden. PachamancaPachamanca ist eine in einem Erdloch zubereitete Mahlzeit mit stundenlanger Vorbereitung, die natürlich irgendwie dazu gehört. In einem im “Innenhof” gebuddelten Loch werden Kartoffeln, viel Fleisch, Bohnen und Humita (s.u.) unter Erde und zuvor erhitzten Steinen verbuddelt und nach einiger Zeit wieder ausgegraben. Schmeckt hervorragend, ist aber verständlicherweise sehr aufwendig. Hier mal ein Rezept für die Humitas, eine sehr leckere Süssspeise aus Mais, die man auch ohne Pachamanca machen kann:

Humitas
Zutaten: 50 Maiskolben (geht natürlich auch weniger, verringert die entsprechenden anderen Mengen… aber wenn man schon mal dabei ist)´
3 Kilo Zucker
500 Gramm Butter
Öl
200 Gramm Rosinen und ähnliches
Zubereitung: Maiskörner von den Kolben entfernen und mit einer Mühle o.ä. zu Brei verarbeiten. In einem Topf mit Öl und erhitzter flüssiger Butter vermengen, anschliessend den Zucker und die Rosinen hinzufügen und alles gut durchrühren. Die Masse in die ausgebreiteten Maiskolben-hülsen aufteilen (ca. 2 Löffel pro Stück) und diese zusammenfalten. Die Humitas ca 1 Stunde erhitzen (in Pachamanca oder Ofen) und noch warm verzehren (Hülsen auffalten und nicht mitessen XD )

So viel erstmal dazu, jetzt gibts noch die letzten Fotos, siehe Beiträge unten.

27.9.2010