Blogbeiträge

Online-Architektin

Online-Architektin

Das ist Lea; neun Jahre, braunes Haar und kluger Blick Schnelle Auffassungsgabe, und quer Lesen ist ihr Trick Dass die andr’en ständig quatschen, nervt sie, und versteht sie kaum: Sie könnt‘ stundenlang nur zuhör’n, gibt man ihr nen ruhigen Raum Sie liest Bücher, wo die Lösungen erst weit hinten versteckt sind’ Sie mag Häuser und Computer – wird mal Online-Architektin Denn die Schule gibt ihr alles, was das Lernen ihr erleichtert Auditiv und visuell, wie nicht jeder das vielleicht hat…

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“Tiefsommer” – meine bisher längste Reise

“Tiefsommer” – meine bisher längste Reise

  Als ich 2010 aus Lateinamerika zurückkam, hatte sich mein Gepäck verzehnfacht, obwohl ich die Hälfte meines Rucksacks in Panama zurückließ: Die Anden, der Amazonas, Lima, ein neuer Blick auf Umweltprobleme und andere (ärmere) Lebensweisen, magischer Realismus… Es waren langfristige Eindrücke, die mich noch heute prägen. Einige Jahre später begann ich, eine Reihe von Kindergeschichten (darunter auch Pepe) zu schreiben, die die Probleme unserer Zeit kinderfreundlich in eine fantastische Welt übertrug, die dem, was ich in Peru gesehen hatte, doch…

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Vogeldung & Asthma

Vogeldung & Asthma

Es gab mal eine Insel, Kleinste Republik der Erde, irgendwo hinter Australien im stillen Ozean Und es gab mal einen Mann mit dem Namen August Stauch der war beschäftigt bei der Thüringischen Bahn Die Insel gibt’s auch heute noch, heisst weiterhin Nauru und sie lebte 30 Jahre lang von Kot Der Eisenbahner August jedoch hatte leider Asthma ist seit 1947 tot Auf Nauru hat man lang für Kolonialherren gearbeitet und August für die Thüringische Bahn Ist im Endeffekt das gleiche,…

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Zwischen Ruinen

Zwischen Ruinen

Ich finde das schön. Ich mag die Ruinen. Verfallene Mauern, überwachsene Schienen Bröckelnder Putz und knarzende Dielen Kaputtes Gebäude, nur eines von vielen Ich finde das schön.  Komme ich in neue Städte, meide ich die Shopping-Meilen Will nicht eine Minute in Palästen verweilen Ich flüchte den Neubauten und schicken Cafés Den Glanz-Opernhäusern und den Chansonniers Ich suche den Dreck und vom Alter Zerstörtes Ich lausch‘ dem Verfall und entdeck Unerhörtes Häuser, wo Gespenster waren Abblätternde Fensterrahmen Wo der Staub unter…

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Weltraum-Tierärzte

Weltraum-Tierärzte

Das ist Jonas; neun Jahre, schwarzes Haar und kluger Blick Wenn er bastelt, merkt man schnell, die kleinen Hände sind geschickt Leichte Fehlsicht, daher Brille, doch sein Mund kompensiert Wenn er redet, denkt er schneller, und ist hochkonzentriert Wenn er sich vermalt, winkt er ab, sagt „am Papier lags“ Mag Eisbär’n und Astronauten, wird mal Weltraum-Tierarzt Denn zuhause kriegt er alles, was er noch zum Lernen braucht Ist er neugierig, erklärt man ihm Physik und fernen Brauch Nachmittag im Zoo,…

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Wetterfragen

Wetterfragen

“Da oben gibt es noch Schneestrüme!”, warnt der Münchner Yuppie, das Maß Bier in der einen und den Enzianschnaps in der anderen Hand. “Alles zugeist, und heute nachmittag hats gehagelt!” Alma und ich sehen aus dem Fenster, wo tatsächlich gerade eine Regenwolke aufzieht Wir sitzen im Kärlingerhaus, einem großen Gasthof voller eng aneinanderliegender Matratzen, um so viele Wanderer wie möglich unterzubringen. Es ist eigentlich zu groß, um sich irgendwo zu verstecke, aber als wir heute nachmittag das Tal erreichten, an…

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Durch Eis und Wolken

Durch Eis und Wolken

Des Königs See “Bist du sicher, dass wir das trinken können?”, fragt Alma, als ich mit ihm neben einem Bachrinnsal an der Seite des Weges stehen bleibe. Er guckt skeptisch. Immerhin ist es ein Bachrinnsal neben dem Schotterweg.

Brückentanz

Brückentanz

Lucí tanzt über Brücken, so als gäbe es den Regen nicht Weil von jenseits ihrer Zehen Licht von unterhalb der Wege bricht Wo ihre Haut Asphalt berührt, wächst Persischer Ehrenpreis Und wenn ihr Blick gen Ferne schweift, gibt er dir keine Schwere preis Sie hat das Glück gefressen, Welt vergessen, tanzt die Angst in ihren Schatten Und sich selbst von dannen Foxtrott mit den Rotwildhunden, Rumba mit den Ratten Und Lucí, die steht in Flammen

Kato Milia

Kato Milia

    Nawja, Aya und Omar sind nun letzte Woche nach einer mehrstündigen Fahrt mit der Fähre in Kato Milia in der Nähe von Thessaloniki angekommen. In den ersten Telefonaten mit ihr klang sie ein wenig verzweifelt, da dieses Camp ziemlich in der “Pampas” liegt, also etwa 1,5 Stunden Fahrt entfernt zum nächsten Ort. Mein persönlicher Eindruck ist,

Wunderbare Sonntagsnachricht!

Wunderbare Sonntagsnachricht!

Seit meiner Rückkehr von meinem Flüchtlingseinsatz auf Lesbos hatte ich versucht, mit meinen wenigen Möglichkeiten Nawja die Familienzusammenführung mit ihrer Familie in Bamberg zu ermöglichen. Nawja ist eine Englischlehrerin aus Damaskus, die auf Lesbos mit ihrer 5-jährigen Tochter und ihrem behinderten Bruder auf ihre Weiterreise gewartet hatte; ich hatte sie dort kennengelernt und ich hatte ihr versprochen, ihnen zu helfen. Ich hatte mich an die European laywers of lesvos gewandt und sie um Hilfe gebeten. Heute erhielt ich nun die wunderbare…

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